Gold und Silber waren zu allen Zeiten die begehrtesten Edelmetalle. Sie wurden durch künstlerisch begabte und handwerklich qualifizierte Goldschmiedemeister zu bleibenden Kunstwerken gestaltet. Die Sammlung umfasst zumeist profane Objekte wie Trinkgefäße und Tafelzier, Reiseservices und Parfümflakons, Tabatieren, Leuchter, Schatullen und vieles mehr und verschafft dem Betrachter einen faszinierenden Eindruck edler Handwerkskunst. Ihr zeitlicher Bogen reicht von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis hin zu den letzten kunsthandwerklichen Verwendungen von Edelmetall bis 1940 und umfängt damit den Zeitraum von den frühen Meister- und Städtemarken bis hin zu den letzten kunsthandwerklichen Verwendungen von Edelmetall zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Mehr noch als diese beeindruckende Quantität zeichnet höchste handwerkliche und ästhetische Qualität der Objekte die Sammlung Heller aus und stellt sie in den Rahmen der großen internationalen Kollektionen. Alle wichtigen deutschen Goldschmiedezentren sind vertreten, biografisch bedingt daneben auch jene in Ungarn und Siebenbürgen, wo die Familie Heller-Glausius ihren Ursprung hat. Ein weiterer geografischer Schwerpunkt der Sammlertätigkeit Hellers lag in den Niederlanden, wo er lange beruflich tätig war. Viele der Werke glänzen zudem mit berühmten Auftraggebern und Vorbesitzern und sind somit auch historisch bedeutsam.
Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt widmet der kostbaren Sammlung dauerhaft einen eigenen Ausstellungsraum in der Historischen Villa Metzler. In der stilvollen Ausstellungsarchitektur, die der Architekt Jens Misiakiewicz für diesen Zweck entworfen hat, lassen sich die ornamentalen Gestaltungsprinzipien von der Renaissance bis zum Jugendstil in der Goldschmiedkunst vermitteln, kommt die sinnliche Schönheit der Stücke ideal zur Geltung. Zusätzlich werden auch die Goldschmiedebestände im Hauptgebäude durch wechselnde Themenpräsentationen aus der Sammlung Heller bereichert. Für Museumsdirektor Prof. Dr. Ulrich Schneider geht ein lang gehegter Wunschtraum in Erfüllung. Denn Werke von solch kunsthistorischer Bedeutung und in dieser Zusammensetzung wären für das Museum auf dem freien Kunstmarkt nicht erschwinglich.
István Heller war als Radiologe, leitender Arzt und Naturwissenschaftler lange in Deutschland und in den Niederlanden tätig. Über fünf Jahrzehnte lang stellte er mit außerordentlicher Sachkunde eine erlesene Privatsammlung an europäischer Goldschmiedekunst zusammen. Mit großer Leidenschaft und wissenschaftlicher Sorgfalt erforschte er deren Geschichte und legte noch in gesetzten Jahren erfolgreich seine kunsthistorische Dissertation vor. Neben dem Studium edler Gegenstände ist ihm vor allem deren Vermittlung als Meisterwerke Angewandter Kunst ein Anliegen. Als verantwortungsvoller Philanthrop macht er seine Privatsammlung der breiten Öffentlichkeit bereits zum dritten Mal – und nun auf Dauer – museal zugänglich. Nach Ausstellungen im Aachener Couven-Museum (2003) und dem Museum für Angewandte Kunst Frankfurt (2004) entschied sich Heller, seine Sammlung zukünftig durch eine dauerhafte Partnerschaft mit dem Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main e.V. der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.





