„Die Idee, einen Pavillon auf dem Domplatz zu errichten, ist zunächst aus der Raumnot geboren“, erläutert der Direktor des LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Dr. Hermann Arnhold. Durch den Neubau des Museums und die zahlreichen Leihgaben der Ausstellung „Goldene Pracht“ herrscht im Altbau am Domplatz Platzmangel. Deshalb musste für die Kunstvermittlung ein neuer Raum gesucht werden. „Mit dem Pavillon haben wir jetzt eine architektonisch überzeugende Lösung gefunden: Der sternförmige Bau bietet Platz für rund 30 Workshop-Teilnehmer und einen Informationspunkt.“ Auf dem zentral gelegenen Domplatz wird der Pavillon zwischen dem Bischöflichen Palais und dem Westportal des Doms errichtet und schon von weitem sichtbar sein. „Gleichzeitig verbindet er die beiden Ausstellungsorte LWL-Landesmuseum und Domkammer symbolisch miteinander“, sagt der Direktor der Domkammer, Dr. Udo Grote.
Studierende der „münster school of architecture“ (msa) haben den Pavillon unter der Leitung der Architekten Marc Günnewig und Jan Kampshoff entworfen. Insgesamt haben sich mehr als 30 Studierende monatelang mit dem Projekt „Goldene Pracht“ beschäftigt. Der Entwurf, der jetzt auf dem Domplatz realisiert wird, wurde von einer Jury ausgewählt. Ziel war es, ein Gebäude mit Signet-Charakter zu schaffen, das gleichzeitig alle Anforderungen an das museumspädagogische Programm erfüllt. Der 120 Quadratmeter große Pavillon erhält eine Hülle aus goldenem Kupferblech und nimmt damit das Thema der Ausstellung visuell auf. Das Material für die goldene Fassade stellt die Firma KME aus Osnabrück zur Verfügung.
Das Kunstvermittlungsangebot zur Ausstellung „Goldene Pracht“ richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene: „Der Glanz von Gold, Silber und Edelsteinen fasziniert die Menschen. Dies ist auch heute trotz allen Wohlstandes noch so“, erläutert Ingrid Fisch, Leiterin der Kunstvermittlung am LWL-Landesmuseum. An diese Faszination knüpfen die Workshops an, in denen die Teilnehmer unter Anleitung von Goldschmieden arbeiten können, erste Kenntnisse in der Buch- und Glasmalerei erwerben oder Schmuckanhänger aus Emaille herstellen. Der Pavillon öffnet sich zu allen vier Seiten mit bodentiefen Fenstern und erlaubt damit auch Einblick von außen in die Goldschmiede-Werkstatt.
Der Pavillon liegt gleich neben dem Wochenmarkt, die Marktstände müssen aber nicht weichen. Es fallen jedoch einige Parkplätze weg, die die Marktbeschicker im hinteren Teil des Domplatzes üblicherweise nutzen. Das LWL-Landesmuseum hat aus diesem Grund 20 Parkplätze auf dem Hindenburgplatz angemietet. Auf diese können die betroffenen Händler ausweichen. „Wir begrüßen den goldenen Pavillon auf dem Domplatz. In vergangenen Jahren hat der Wochenmarkt immer von derartigen Kunstaktionen profitiert“, erklärt Wolfgang Hesse, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft der Marktbeschicker Münster. „Wir glauben, dass die Besucher des Pavillons auch gerne über den Markt schlendern werden.“





