Die hohe Kunstfertigkeit der Buchmalerei entspringt auch aus ihrer besonderen Entstehungsgeschichte. Der Abt des Klosters St. Alban Geoffrey von Gorham gab das Werk nämlich für seine Geliebte, die Einsiedlerin Christina von Markyate, in Auftrag. Nur die besten Zeichner und Schreiber sollten als Zeichen seiner (natürlich rein geistlichen) Zuneigung an dem Werk arbeiten, wodurch eine in England einzigartige Arbeit entstand. Die Buchmalerei besticht vornehmlich mit Szenen aus dem Leben Christi, vielerlei Heiligenlegenden und ganzen 215 Initialbuchstaben.
Hinter der Ausstellung steht nicht nur der Wille, diese einzigartige kunsthistorische Sehenswürdigkeit mal wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sondern auch eine einzigartige Gelegenheit der technischen Zurschaustellung des Buches. Aus konservatorischen Gründen musste das Werk in seine Einzelseiten geteilt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit die Malereien nun nach der Restaurierung erstmals nebeneinander auszustellen. Normalerweise sind von mittelalterlichen Handschriften in Ausstelllungen nur aufgeschlagene Doppelseiten zu sehen. Erst nach der Ausstellung soll aus dem Psalter wieder ein gebundenes Werk werden.
Das Institut für Buchrestaurierung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, die mit der Restaurierung der Handschrift betraut war, stellt im Rahmen der Ausstellung auch die Herstellungsweise mittelalterlichen Schreibguts vor. Um einen großen Umfang des Psalters zu zeigen, werden an drei Tagen während des Ausstellungszeitraum die Blätter gewendet oder ausgetauscht. Diese Umgestaltung des Ausstellungsangebots findet am 3. und 17. November als auch am 15. Dezember statt. So ist ein dreifacher Besuch des Hildesheimer Dommuseums in diesem Zeitraum ein immer wieder neues, lohnendes Erlebnis.
Informationen zur Ausstellung unter: http://www.albani-psalter.de
Der Psalter ist Online digitalisiert einsehbar: http://www.abdn.ac.uk/~lib399/german/index.shtml





