Die Aufnahmen werden mit kurzen Textausschnitten aus Goethes „Italienischer Reise“ kombiniert, wobei die Bildmotive etlichen der Stationen Goethes entsprechen. Die Reise unternahm Goethe als 37-Jähriger zwischen September 1786 und Mai 1788; seine Eindrücke brachte er zwischen 1813 und 1817 zu Papier. Es besteht also ein erheblicher zeitlicher Abstand zwischen Goethes Texten und den Fotografien, der irritiert. Wesentlich näher hätte es gelegen, die Bilder mit den Worten großer Italien-Reisender der Zeit um 1900 zu begleiten.
Der blumige Essay von Andrea Amerio über die „Grand Tour“ zu Beginn des Bandes ist wenig informativ. So erfährt man nicht, dass die Bildungsreise des 18. und 19. Jahrhunderts mit dem Ziel des Antike-Studiums und der Wissensaneignung sich aus der adligen „Grand Tour“ mit ihrem völlig anderen Reisezweck entwickelte: Da ging es um Networking, Kontaktpflege und das Erlernen von höfischen Umgangsformen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





