
Der „Great Baddow Hoard“ wurde im Jahr 2020 im Osten Englands auf einem Privatgrundstück bei Great Baddow von einem illegalen Sondengänger gefunden, mehr als 2000 Jahre nachdem er vergraben wurde. Der Schatz stammt aus der Zeit von 60 bis 20 vor Christus und damit aus der britischen Eisenzeit, wie Experten später ermittelten. Er enthält Fragmente eines möglichen Behälters sowie 933 Goldmünzen und ist damit der größte bisher dokumentierte Goldschatz dieser Art aus jener Zeit.

Goldmünzen bestätigen Unruhen zwischen den britischen Stämmen der Eisenzeit
Damals begannen die verschiedenen Stämme in Britannien, ihre eigenen Münzen mit regionalen Metallstempeln zu prägen. Zuvor hatten sie als Währung meist keltische Goldmünzen aus Übersee importiert. Die neue Regionalität spiegelt sich auch in dem Goldschatz von Great Baddow wider: Während 930 Münzen dieselbe Prägung aufweisen – ostbritische Stater des Typs „Whaddon Chase“ –, haben drei Münzen jeweils ein eigenes Emblem.
„Es wird angenommen, dass die meisten Münzen im ‚Great Baddow Hoard‘ in der Region hergestellt wurden, die später mit den sogenannten ‚Catuvellauni‘ in Verbindung gebracht wurde. Die Münzen könnten als Tributzahlung an den römischen General Julius Cäsar gedacht gewesen sein“, erklärt Claire Willetts, Kuratorin des Museum of Chelmsford. Allerdings wurde der Schatz nicht im einstigen Gebiet der Catuvellauni, sondern im ehemaligen Gebiet der benachbarten Trinovantes gefunden.
„Dies könnte auf eine Bewegung oder einen Einfluss westlicher Stammesgruppen in den Osten hindeuten, was möglicherweise mit Berichten über Unruhen während Caesars zweiter Invasion in Britannien im Jahr 54 vor Christus übereinstimmt“, so Willetts. Römische Quellen dokumentieren solche Aggressionen, archäologische Beweise gab es dafür bislang jedoch kaum. Der „Great Baddow Hoard“ ist nun der erste handfeste Beweis für Unruhen zwischen den Trinovantes und Catuvellauni im Osten Englands. Damit ermöglicht der Schatz ein besseres Verständnis der eisenzeitlichen Stämme in der Region.






