„Wir haben uns entschieden, mit dieser Ausstellung den Blick auf die Städte der Maya zu richten. Wir wollen der Frage nachspüren, wie die Menschen in diesen Städten zusammenlebten und wie sie die besonderen Herausforderungen des tropischen Regenwaldes annahmen”, sagt Nikolai Grube von der Universität Bonn, einer der bedeutendsten Maya-Forscher der Gegenwart und Berater der Schau, die noch bis zum 23. April 2017 besichtigt werden kann. Die Ergebnisse eines über sieben Jahre dauernden Ausgrabungsprojekts der Universität Bonn in der Maya-Stadt Uxul (im mexikanischen Bundesstaat Campeche) werden in der Ausstellung ausführlich vorgestellt.
Zeugnisse einer untergegangenen Kultur
Auf eindrucksvolle Weise erzählen rund 250 Objekte, die auf 1000 Quadratmetern zu sehen sind, von der Blütezeit und dem Untergang der Königsstädte. Zu den Höhepunkten zählen etwa ein mit Schnitzereien verzierter, hölzerner Türsturz aus Tikal oder die vollständig erhaltene „Berliner Kriegsvase”, auf der eine Kampfhandlung zu sehen ist. Die Exponate zeugen vom herausragenden künstlerischen Schaffen und geben Einblick in das Alltagsleben der Maya.
Einen Eindruck davon, wie das Leben in den Stadtanlagen organisiert war und welcher Aufwand betrieben werden musste, um die Bevölkerung der Maya-Stätten mit Wasser und genügend Lebensmitteln zu versorgen, vermittelt eine digitale Rekonstruktion der Maya-Stadt Uxul.
Kinder und Familien können die Welt der Maya mit einem eigenen Audioguide und auf einem speziell konzipierten Rundgang anhand von elf Mitmachstationen spielerisch erkunden: Sie erfahren mit welchen Tieren die Maya ihren Lebensraum, den Regenwald, teilten, dass sie bereits Avocados, Kürbisse und Kakao anbauten und wie die kunstvollen Schriftzeichen, die Maya-Hieroglyphen, zu lesen sind.
Zur Ausstellung erscheint im Hirmer-Verlag ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Beiträgen.





