Die Ausstellung gewährt anhand neuester Forschungsergebnisse erstmals einen Überblick über die Spielwarenherstellung in Esslingen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre. Merkmal vieler Esslinger Spielwaren ist ihr großer technischer Einfallsreichtum. Ob funktionstüchtige Puppenherde, Oberleitungsbusse als Modellbahnzubehör, Metallbausätze oder Holzspielzeug ? all das und noch viel mehr wartet darauf, im Stadtmuseum entdeckt zu werden. Und natürlich: Es darf auch selbst gespielt werden!
Zahlreiche Firmen und Handwerker aus Esslingen haben diese Spielwaren hergestellt und damit früher wie heute nicht nur Kinderaugen zum Leuchten gebracht. Der Verlag J. F. Schreiber produzierte ab 1831 neben Büchern auch Kartonmodellbogen, Papiertheater, Puzzles, Kartenspiele und Spielbilderbücher. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es holzverarbeitende Firmen, die Spielsachen hergestellt haben. Erhalten haben sich beispielsweise Pferdefuhrwerk und Kaufmannsladen der Firma Carl Groß.
In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Kriegs- und Nachkriegszeit um 1945 fertigten auch Firmen, die ursprünglich in anderen Bereichen tätig waren, Spielwaren. So entwickelte die Rollladenfirma Wilde & Spieth den ?Kleinen Modesalon?, und von J. Eberspächer gibt es Puppenherde mit Zubehör. Ab den 1950er Jahren produzierten in der Stadt noch heute bekannte Firmen wie Eheim (Trolley-Bus als Modelleisenbahnzubehör) und Glückskäfer (Puppengeschirr). Das Thema Spielzeug aus Esslingen endete vorläufig in den 1970er Jahren mit den Gesellschaftsspielen von IWA ? F. Riehle.
Zur Ausstellung erscheint eine Infoschachtel mit einem Begleitbüchlein und Postkarten. Sie enthält Wissenswertes und Erstaunliches zur Geschichte der Spielwarenherstellung in Esslingen und zu den einzelnen Firmen.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Führungen und Spielführungen für Kindergärten und Schulen sowie durch ein museumspädagogisches Programm für Kinder von fünf bis zwölf Jahren.





