Wer mehr über die vielfältige Gartenkunst der Zeit erfahren möchte, kann verschiedene Quellen heranziehen, wie ein neuer Sammelband zum Thema anschaulich zeigt. Die als Botanik bezeichnete Wissenschaft, die sich in diesem Zeitraum formierte, brachte eindrucksvolle Bücher mit prächtigen Pflanzenillustrationen hervor. Aber auch Briefnetzwerke von Gelehrten wie dem Nürnberger Arzt Joachim Camerarius zeugen vom Gärtnern: „Ich bedauere sehr, dass die von mir geschickten Pflanzen nicht unbeschadet angekommen sind“, schrieb etwa der Wiener Arzt Johann Aicholtz im Jahr 1579 an Camerarius. Zwischen Wien und Nürnberg wurden nicht nur Tipps zum Anbau von Pflanzen gewechselt, sondern auch Pflänzchen selbst.
Darüber hinaus sind Gartengeräte eine spannende Quelle. Originale haben die Zeit zwar selten überdauert, die Bestände der Dresdner Kunstkammer bilden jedoch eine wertvolle Ausnahme. Sie spielten in der Forschung bislang eine untergeordnete Rolle. Auch Menschen, die mit dem Gärtnern wenig direkt zu tun hatten, können interessante Einblicke verschaffen. So etwa der Augsburger Diplomat Philipp Hainhofer, dessen Reisebeschreibungen eine Schilderung der herausragenden Gartenanlage des Heidelberger Schlosses enthalten, die einer der Beiträge im Band detailliert analysiert.
Autorin: Dr. Anna Joisten





