Kunstvoll beschnitzte Jagd- oder Signalhörner aus Elfenbein sind Insignien der Macht und Statussymbole erster Güte. Die meisten stammen aus byzantinischen oder islamischen Werkstätten. Wegen ihrer Kostbarkeit wurden sie nicht selten -wie andere wertvolle Gegenstände auch – zu Reliquiaren umgewandelt. Das geschah auch mit dem Olifanten, der in der Dauerausstellung «Entstehung Schweiz. Unterwegs vom 12. ins 14. Jahrhundert» im Forum Schweizer Geschichte Schwyz zu sehen ist. Der breite figurale Randstreifen zeigt Jagd- und Tierkampfszenen auf. Auf der schmucklosen Mittelzone berichtet eine Inschrift von dieser Umwidmung: Graf Albrecht III. von Habsburg, der Grossvater König Rudolfs I., soll den mit Reliquien gefüllten Olifanten – den er möglicherweise von einem Kreuzzug mitgebracht hatte – im Jahr 1199 dem Kloster Muri übergeben haben. Muri im Aargau war eine Gründung der Habsburger, die es zu ihrem Hauskloster machten und dort ihre früheste Begräbnisstätte fanden. 1702 gelangte das Stück als Geschenk des damaligen Abtes an den Kaiser wieder in habsburgischen Besitz und schliesslich in die Wiener Kunstkammer.
Nach dem Olifant werden in der Ausstellung in Schwyz auch künftig kunstvolle Leihgaben zur mittelalterlichen Feudalgesellschaft präsentiert. In der Wechselvitrine sind jeweils für einige Monate Zeugen der Adelskultur im Heiligen Römischen Reich zu sehen. Vereinzelt werden diese auch bereits auf Herrschaftsansprüche im Gebiet der heutigen Schweiz verweisen.





