Auf die Frage „Was ist Aufklärung?“ antwortete Immanuel Kant 1784 in dem gleichnamigen Aufsatz, sie sei „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, doch gelte das den meisten für ein „verdrießliches Geschäft“. So halte „der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit“ für beschwerlich und sogar gefährlich.
Die Frauen hielt Kant also aus Bequemlichkeit für unmündig, schon weil sie als gefühlsbetont, geschmacksorientiert und weniger rational als Männer galten. Die allermeisten Menschen stimmten damals dieser Ansicht zu. In erster Linie waren die zeitgenössischen Frauen jedoch rechtlich unmündig, das heißt sie waren von Männern (Vater, Bruder, Ehemann) abhängig – und das ihr Leben lang. Überall in Europa war das so und darum selbstverständlich, auch für die Frauen. Für die allermeisten jedenfalls.





