Im Jahr 125 legte Hadrian auf seiner Heimreise einen Aufenthalt in Si‧zilien ein, aber nicht wegen dringender Verwaltungsaufgaben. Vielmehr führte den Kaiser – der ein gebildeter Bewunderer der griechischen Kultur war und selbst feinsinnige Gedichte schrieb – ein rein ästhetisches Bedürfnis dorthin. 1200 Jahre vor dem berühmten Aufstieg Petrarcas auf den Mont Ventoux wollte Hadrian den Vulkan Ätna als Naturspektakel bestaunen, das Furcht erregte und zugleich die Betrachter faszinierte. Er spucke die ganze Nacht hindurch Feuer, meinte der ältere Plinius in seiner „Naturgeschichte“.
Eine spätere Quelle berichtet, Ha‧drian habe die beschwerliche Besteigung nur auf sich genommen, „um den Sonnenaufgang zu erleben, der in dem bunten Spiel des Regenbogens schillern soll“. Ob er seine Erwartungen erfüllt sah, ist nicht überliefert. Seine Reiselust jedenfalls verließ ihn nicht: Bald nach seiner Rückkehr nach Rom trieb es ihn erneut hinaus.





