Die Entstehung der Stadt Tel Aviv hat zwei sehr gegensätzliche Ausgangspunkte – sie miteinander zu versöhnen erscheint fast unmöglich. Für ein Verständnis der Stadtgeschichte ist es aber unumgänglich, sie zueinander in Beziehung zu setzen. Ausgangspunkt Nummer eins: Die Idee von Tel Aviv, einer jüdischen, von Juden gegründeten und bewohnten Stadt im Land der Verheißung, ist biblischen Ursprungs: Zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft, nach der Zerstörung des Ersten Tempels in Jerusalem, wurde ein kleiner Ort namens „Thel-Abib“ am Ufer des Flusses Chebar zum Gründungsort einer Idee, die man als Rechtfertigung des Exils bezeichnen könnte – „baut Häuser und wohnet darin“ (Jeremia 29, 5). Mit anderen Worten: Es lässt sich doch leben außerhalb von Jerusalem und im Gedenken an seine Zerstörung. So hat es die jüdische Gemeinschaft, aus der Not heraus, vor allem seit der Zerstörung des Zweiten Tempels unter den Römern im Jahr 70 und dem Beginn der Diaspora, über viele Jahrhunderte gehalten. …
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