Durch die seit August 2014 andauernden Ausgrabungen am Hopfenmarkt dringen Archäologen derzeit tief in die früheste Zeit der Hamburger Stadtgeschichte vor. Zunächst förderten sie Reste der 1842 abgebrannten Nikolaikirche zutage: Es konnten Fundamentreste der nördlichen Kirchenwand, des Mittelschiffs und eines Beinhauses gesichert werden. Die gut erhaltenen Eichenstämme werden auch hier genauere Datierungen mit Hilfe der Dendrochronologie ermöglichen. Schriftlich erwähnt wurde die St. Nikolaikirche erstmals 1195.
Unterhalb der Kirchenfundamente stießen die Forscher auf die Reste der früheren Ringwallbefestigung „Neue Burg“. Die beinahe tausend Jahre alten Hölzer des Walls in Holz-Erde-Konstruktion sind hervorragend erhalten und können nun dazu beitragen, die frühe Entstehungsgeschichte der Hamburger Neustadt zu rekonstruieren. Offenbar wurde die Burg bereits während der Regierungszeit Herzog Bernhards II. (1011-1059) erbaut und nicht erst unter dessen Sohn Ordulf. Diese jüngsten Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es sich bei der Anlage um den direkten Nachfolgebau der heute nicht mehr erhaltenen Hammaburg handelt.
In der noch bis zum 26. April 2015 im Archäologischen Museum Hamburg präsentierten Sonderausstellung „Mythos Hammaburg“ können sich Interessierte über die aktuellen Ausgrabungen und bisherige Erkenntnisse über die legendäre Hammaburg informieren.





