Zu Beginn führt er aus, warum die Grabmalskunst eine so überragende Rolle für die frühchristliche Kunst spielte: Grabstätten befanden sich in der Hand von Familien oder von privaten Vereinigungen, sie waren daher nicht staatlich reglementiert und konnten individuell ausgestattet werden. In ihrer Mischung von heidnischen und christlichen Motiven sind die Kunstwerke sowohl Zeugnisse des Volksglaubens als auch des Bedürfnisses der Menschen, sich durch Bilder in ihrem Schmerz trösten zu lassen. Dies war nicht selbstverständlich, da kirchliche Autoritäten ein tiefes Misstrauen gegen Bilder hegten und man des Götzendienstes verdächtigt werden konnte.
Baudry enthüllt die Bedeutung der komplexen Bild‧sprache: der Symbole Christi etwa, der alttestamentarischen Geschichten, der Buchstaben, Zahlen und geometrischen Formen, der Symbole aus Natur (Fels, Wasser oder Hirsch) und aus dem kulturellen Umfeld (Schiff, Joch oder Nahrungsmittel wie Öl und Wein).
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





