Die Privatbibliothek des Politikers und Philosophen Michel de Montaigne (1532 – 1592) umfasste vermutlich etwa 1000 Werke, von denen heute noch 101 erhalten sind. Montaigne gilt als Begründer der Literaturgattung Essayistik. Die Wissenschaftler entdeckten in dem Digitalisat eines Manuskriptes aus dem Jahr 1561, das Notizen zu Vorträgen des französischen Juristen und Historiker Francois Baudouin enthält, die Signatur „Michael Montanus“. Diese verweise eindeutig auf Montaigne als Vorbesitzer des Manuskripts.
De Smet bezeichnete die Entdeckung als aufregend für die Erforschung französischer Kultur des 16. Jahrhunderts. Sie deute auf ein juristisches Interesse Montaignes hin und ermögliche eine neue Sicht auf sein Hauptwerk, die Essays, und seine politischen Ansichten.
Ein Bericht von De Smet und Legros über die Handschrift aus dem Besitz Montaignes ist in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Bibliothèque d’Humanisme et Renaissance“ im April erschienen. Das 108 Blätter umfassende Originalwerk kann online in der Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek unter dem Permalink http://diglib.hab.de/mss/7-1-aug-4f/start.htm eingesehen werden.





