Besonders interessiert ist die Bundeswehr an der vom Haus der Geschichte eingerichteten Stauffenberg-Erinnerungsstätte – für die demokratisch verwurzelten Streitkräfte stellt das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler durch den Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg seit vielen Jahren eine wichtige Traditionslinie dar. Ein Workshop-Format, das auf die Bundeswehr zugeschnitten werden soll, ist ein sogenanntes Debating. Dabei diskutieren die Workshop-Teilnehmer anhand historischer Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus über die Frage, wann Widerstand berechtigt ist und wo die Grenzen militärischen Gehorsams liegen. Museumsleiter Dr. Thomas Schnabel hält die politisch-historische Bildung der Soldaten für wichtiger denn je: „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Wehrpflicht ausgesetzt worden ist, muss die Bundeswehr weiterhin fest in die demokratische Gesellschaft eingebunden bleiben. Dazu gehört, dass die Soldaten gute geschichtliche Kenntnisse haben.“ Brigadegeneral Reinhard Kloss, im Verteidigungsministerium für die politisch-historische Bildung der Soldaten zuständig, betonte ebenfalls, dass „ein Besuch der Stauffenberg-Erinnerungsstätte die Ausbildung bereichert und Geschichte auf diese Weise ganz praktisch erlebt werden kann“.
Die Initiative für das gemeinsame Projekt geht von Generalinspekteur a. D. Wolfgang Schneiderhan aus. Der ehemals höchste Soldat der Bundeswehr ist seit November 2010 Erster Vorsitzender der „Stauffenberg Gesellschaft“. Diese setzt sich unter anderem für die Bildungsarbeit der Stauffenberg-Erinnerungsstätte ein.





