Der Erfolg der Fugger wäre ohne ihre Nähe zu den Kaisern Maximilian I. und Karl V. nicht möglich gewesen. Aber auch mit den Herrschern auf dem Heiligen Stuhl machten sie gute Geschäfte, etwa beim Ablasshandel.
Sie haben noch 2 von 3 kostenlosen Artikeln übrig1/3
Man könnte behaupten, dass der Kaisertitel im Jahr 1519 rund 852 000 Gulden kostete – denn diese Summe musste der junge Habsburger Karl, Herzog von Burgund und König von Spanien, aufbringen, um seine Wahl zum Herrscher des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation durch die sieben Kurfürsten zu sichern. Und weil Jakob Fugger, dessen Reichtum damals schon legendär war, rund zwei Drittel davon aufbrachte, liegt der Schluss nahe, dass sich der Augsburger Kaufmannsbankier einen willfährigen Monarchen gekauft hatte. „Kauf dir einen Kaiser“ (1978) heißt auch das Buch von Günter Ogger, das durch zahlreiche Auflagen bis heute die meistverkaufte Monographie über die Geschichte der Fugger ist.
Doch heutige Vorstellungen von Bestechung und Käuflichkeit – von einem „Deal“ zwischen dem reichsten Wirtschaftsboss und dem mächtigsten Herrscher des Abendlands – führen in die Irre. Denn erstens waren Königs- bzw. Kaiserwahlen stets Anlässe, um das Verhältnis zwischen den Herrschern und den Großen des Reiches neu zu justieren.
Nach dem Ende der Ära Kaiser Maximilians I. war dieser Bedarf besonders groß. So waren etwa die Länder des pfälzischen Kurfürsten Ludwig im Bayerischen Erbfolgekrieg von 1504/05, in dem die pfälzischen Wittelsbacher gegen ihre Münchner Vettern um das Erbe Georgs des Reichen von Bayern-Landshut kämpften, von Truppen Maximilians verwüstet worden. Daher ist es kaum verwunderlich, dass der Kurfürst die Wahl nutzte, um Maximilians Nachfolger die Rechnung dafür zu präsentieren. Zweitens gehörten Geschenke und Gefälligkeiten für Fürsten und ihre wichtigsten Ratgeber in einer hierarchischen Gesellschaft, die auf Rang, Status und Prestige basierte, zum politischen Alltag. Wer hier etwas erreichen wollte, durfte nicht mit leeren Händen kommen.
Die perfekte Winwin-Konstellation: Jakob Fugger und Maximilian I.
Was speziell Jakob Fugger anbelangt, kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Der Augsburger Großunternehmer hatte über viele Jahre hinweg ein symbiotisches Verhältnis mit Maximilian I. gepflegt und sein gesamtes Unternehmen auf den habsburgischen Machtbereich ausgerichtet. Wäre statt Maximilians Enkel Karl der französische König Franz I. zum Kaiser gewählt worden, hätte dies Fugger vor enorme Herausforderungen gestellt. Die Beziehung zwischen dem Herrscher und seinem Finanzier war also kein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis, sondern für beide Seiten vorteilhaft.
Als Maximilian 1490 die Herrschaft über Tirol von seinem überschuldeten Verwandten Sigmund übernahm, war die Handelsgesellschaft „Ulrich Fugger und Gebrüder“ dessen größte Gläubigerin. Erst im Juni 1488 hatten die Fugger dem Erzherzog 150 000 Gulden vorgestreckt und sich im Gegenzug die gesamte Schwazer Silberproduktion zum Preis von acht Gulden je Mark Silber (1 Mark = 0,281 Kilogramm) gesichert. Davon gingen fünf Gulden an die Produzenten, während der „Vorteil“ des Landesherrn in Höhe von drei Gulden je Mark der Rückzahlung des Darlehens diente.
Mehr aus Geschichte & Archäologie
Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.
Kredite an den Landesherrn erfolgten auf der Basis des landesherrlichen Bergregals in Form sogenannter Silberkäufe. Tiroler Bergwerksunternehmer (Gewerken) waren verpflichtet, das geförderte Metall zu einem Festpreis an den Herrscher zu verkaufen; dieser trat sein Vorkaufsrecht an seine Kreditgeber ab, die das Silber wiederum zu einem Fixpreis übernahmen. Einen Teil mussten sie zwar an die landesherrliche Münze liefern, doch Überschüsse durften sie auf dem Markt verkaufen. Ihr Gewinn lag vor allem in der Differenz zwischen dem Preis, zu dem sie das Silber erwarben, und dessen Marktpreis.
Maximilian wäre freilich nicht der erste Fürst gewesen, der die Schulden seines Vorgängers mit einem Federstrich annulliert hätte; damit wäre der Aufstieg der Fugger bereits nach wenigen Jahren jäh beendet gewesen. Doch Maximilian erkannte die laufenden Verträge an und übernahm die Verbindlichkeiten Sigmunds.
Im Frühjahr 1491 nahm Maximilian sein erstes großes eigenes Darlehen bei den Fuggern auf: Gegen einen Vorschuss von 120 000 Gulden erhielten sie fast 30 000 Mark (8,43 Tonnen) Silber. In der Folgezeit stand das Handelshaus Maximilian immer wieder zu Diensten, wenn er Geld benötigte, und machte sich somit für seine Politik, Kriegführung und Repräsentation unentbehrlich.
Die Fugger lösten verpfändete habsburgische Herrschaften aus, beglichen Schulden, finanzierten Gesandtschaften und zahlten die Besoldung von Beamten und Heerführern aus. Als Maximilian seine zweite Ehe mit Bianca Maria Sforza, der Nichte des Herzogs von Mailand, schloss, unterstützten die Fugger die Hochzeitsvorbereitungen durch die Gewährung von Krediten, die Lieferung teurer Samtstoffe und den Transfer der Mitgift.
Das Geld aus Augsburg lässt den König glänzen
Auch wenn sich Jakob Fugger später manchem Darlehenswunsch verweigerte und es mitunter zu Spannungen zwischen seiner Handelsgesellschaft und der Innsbrucker Regierung kam, blieb die Verbindung zwischen beiden sehr eng. Die Fugger finanzierten die Repräsentation des Herrschers auf Reichstagen und bestritten die Kosten seiner Feldzüge gegen die Schweizer Eidgenossen, Frankreich und die Republik Venedig.
Die Fugger unterstützten auch Maximilians Reise nach Trient, wo sich der Habsburger 1508 zum Kaiser proklamierte. Der Aufbau einer kaiserlichen Post durch die Familie Taxis – eine der großen Innovationen im Kommunikationswesen am Beginn der Neuzeit – wurde ebenfalls von den Fuggern gefördert, die ihrerseits von dieser schnellen und effektiven Form der Nachrichtenübermittlung profitierten.
Die mit Silber- und Kupferkäufen gekoppelten Darlehen an Maximilian brachten Jakob Fugger nicht nur große Profite, sondern ermöglichten ihm auch den Aufstieg in den Adelsstand. Als der Herrscher auf dem Konstanzer Reichstag von 1507 Geld für seinen geplanten Romzug benötigte, kaufte ihm Jakob Fugger für 50 000 Gulden die Grafschaft Kirchberg mit der Herrschaft Weißenhorn pfandweise ab. Zwei Jahre später erwarb er von Maximilian für 8000 Gulden die Hofmark Schmiechen, und 1514 sicherte er sich für 20 000 Gulden und ein Darlehen über 12 000 Gulden auch die Herrschaft Biberbach.
Auch der Aufstieg in den Adel gelingt
Dass Jakob Fugger 1511 in den Reichsfreiherrenstand und drei Jahre danach in den Grafenstand erhoben wurde, hatte zunächst lehensrechtliche Gründe: Dass ein bürgerlicher Kaufmann eine Reichsgrafschaft erwarb, war ein Novum, und da der schwäbische Landadel die Vergabe von Lehen durch ihn nicht anerkannte, sicherte erst die Nobilitierung Fuggers volle Verfügungsgewalt über seinen Grundbesitz. Längerfristig bildeten diese Gütererwerbungen und Standeserhebungen die Grundlage für den Aufstieg der Familie in den Reichsadel.
Mit der Wahl Karls V. verknüpfte sich für seine Augsburger Finanziers vor allem die Hoffnung, dass etablierte Geschäftsbeziehungen unter seiner Herrschaft fortgeführt und bereits geschlossene Verträge von ihm honoriert würden. Diese Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Auf dem Wormser Reichstag von 1521 wurden Karls Schulden bei den Fuggern, die sich auf 600 000 Gulden beliefen, durch Einkünfte des Herrschers in Tirol und Spanien gesichert.
Nach der Teilung der habsburgischen Erbländer 1522 erkannte auch Karls Bruder Ferdinand die Forderungen der Fugger in voller Höhe an. Von 1525 an übertrug ihnen die spanische Krone überdies die Pacht der weitläufigen Ländereien der spanischen Ritterorden, der sogenannten maestrazgos. In der Folgezeit entwickelte sich die maestrazgo-Pacht zu einem wichtigen Standbein des fuggerschen Unternehmens.
Dass sich Karl V. keineswegs in eine einseitige Abhängigkeit von seinen Finanziers begab, sondern beide sich gegenseitig brauchten, zeigt besonders der sogenannte Monopolstreit. Auf den Reichstagen der frühen 1520er Jahre flammte die Diskussion um die Macht der großen Handelsgesellschaften auf, denen Preistreiberei, Monopol- und Kartellbestrebungen sowie massive Silberausfuhren aus dem Reich vorgeworfen wurden.
Unter den Reichsständen kursierten Vorschläge, die Gesellschaften entweder ganz aufzulösen oder die Höhe ihres Kapitalstocks zu begrenzen. Außerdem verklagte der Reichsfiskal die Fugger, Welser und vier weitere Augsburger Handelshäuser wegen Monopolvergehen vor dem Reichskammergericht. Da sich die Reichsstädte obendrein durch Pläne für einen neuen Reichszoll und hohe Reichssteuern beschwert fühlten, schickten sie 1523 eine Gesandtschaft zu Karl V. nach Spanien.
Für die Augsburger Seite nahm mit Simon Seitz ein Teilhaber der Welser-Gesellschaft an den Verhandlungen teil. Er führte Denkschriften und Instruktionen mit sich, die der Augsburger Stadtschreiber Konrad Peutinger (1465–1547) – der kaiserlicher Rat, Rechtsbeistand der großen Handelshäuser und Schwager Bartholomäus Welsers in einer Person war – verfasst hatte. Peutingers Argumente sowie die Geldgeschenke, die an Karls wichtigste Berater und Höflinge flossen, erreichten, dass der Kaiser die Monopolprozesse gegen die Handelsgesellschaften niederschlug.
Die Fugger brauchten den neuen Herrscher aber nicht nur, um ihnen lästige Klagen vom Halse zu halten und politische Eingriffe in ihre Geschäftspolitik zu verhindern; sie benötigten ihn auch als Förderer ihrer adligen Ambitionen. Da Maximilians Standeserhöhungen nur für Fuggers eigene Person galten, kam es für die dauerhafte Erhebung der gesamten Familie in den Adelsstand auf dessen Nachfolger an. Auch in dieser Hinsicht enttäuschte Karl V. seine Bankiers nicht: 1526 bestätigte er Jakob Fuggers Neffen Raymund, Anton und Hieronymus die Privilegien ihres Onkels, und vier Jahre später erhob er sie und ihre Nachkommen in den erblichen Grafenstand.
Im Lichte dieser Gegenleistungen erscheint es nicht gerechtfertigt, von einem „gekauften“ Kaiser zu sprechen. Die Finanzierung der Wahl Karls V. war für Jakob Fugger vielmehr eine strategische Investition, welche die Grundlagen für die Fortführung etablierter Geschäftsfelder, die Anbahnung neuer Perspektiven (insbesondere in Spanien) und die Realisierung adliger Ambitionen schuf.
Der Monopolstreit zeigt, dass die großen Handelshäuser einen ihnen wohlgesonnenen Kaiser mindestens ebenso nötig brauchten, wie dieser auf zahlungskräftige Bankiers angewiesen war. Diese Symbiose gereichte beiden Seiten zum Vorteil: Während Karls gesamter Regierungszeit blieben die Fugger (und Welser) seine wichtigsten Geldgeber.
Geldgeschäfte für die Päpste in Rom
Geld war nicht nur für die Kaiser, sondern auch für die Päpste des frühen 16. Jahrhunderts von enormer Bedeutung. Die Vergabe von Ämtern und Pfründen war in der spätmittelalterlichen Kirche stark fiskalisiert; die Überweisung kirchlicher Abgaben machte Rom zu einem wichtigen europäischen Finanzplatz.
Die Bankiers übermittelten der Kurie Servitien – Gebühren für die Bestätigung neu gewählter Bischöfe oder Äbte durch den Papst –, Annaten (Abgabe des ersten Jahresertrags von kurialen Ämtern und Pfründen), Kreuzzugssteuern und Ablassgelder. Diese Überweisungen lagen weitgehend in den Händen toskanischer Bankiers; für einige Jahrzehnte konnten sich jedoch auch die Fugger in dieses lukrative Geschäftsfeld einschalten.
Das Handelshaus transferierte erstmals 1476 Servitien aus Skandinavien nach Rom und war 1488 an Überweisungen aus Schlesien in die Ewige Stadt beteiligt. Nach diesen eher sporadischen Geschäften stieg das Volumen ihrer römischen Transaktionen seit 1495 stark an. 1496/97 übermittelten die Fugger bereits über 7000 Gulden nach Rom, darunter Servitien aus den Bistümern Bremen, Münster, Osnabrück, Samland (Ostpreußen) und Utrecht. In der Folgezeit bauten sie ihre Beziehungen nach Skandinavien, Polen und Ungarn zielstrebig aus und profilierten sich auch als Geldgeber der Kurie.
Treibende Kraft beim Ausbau der römischen Geschäfte war der Augsburger Johann Zink, der seit 1501 die Fugger-Faktorei am Tiber leitete. Dort förderte er nicht nur die Interessen seiner Dienstherren, sondern auch seine eigenen: Nach seinem Eintritt in den Klerikerstand sammelte er zahlreiche Pfründen in deutschen Diözesen sowie kuriale Ämter und Würden.
In wirtschaftlicher Hinsicht waren die bei Geschäften mit der Kurie anfallenden Kursgewinne, Gebühren, Provisionen und Zinsen für die Fugger sicherlich weniger bedeutsam als ihre Silber- und Kupferkäufe bei den Habsburgern.
Doch damit waren die Vorteile, die römische Geschäfte mit sich brachten, keineswegs erschöpft. Denn der Kirchenstaat war auch ein wichtiger Abnehmer Fuggerscher Kupfer- und Silberlieferungen, und machtpolitische Entscheidungen des Papstes berührten geschäftliche Interessen der Fugger, etwa im Handel mit Mailand und Venedig.
Als Zentrum des kurialen Pfründenwesens bot Rom Mitgliedern der Familie zudem Versorgungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Der 1488 geborene Marx Fugger der Jüngere, ein Neffe Jakob Fuggers, sammelte bereits in jungen Jahren Pfründen in Würzburg, Passau, Speyer, Bamberg, Regensburg, Augsburg, Breslau und Rom.
Während des Pontifikats von Julius II. (amt. 1503–1513) baute Johann Zink die Stellung der Fugger an der Kurie weiter aus. Das Handelshaus überwies weiterhin Servitien und Annaten aus nordalpinen Bistümern, finanzierte päpstliche Gesandtschaften und die Anwerbung von 150 Schweizer Söldnern, die den Ursprung der Schweizergarde des Papstes bildeten. 1509 konnten die Fugger erstmals die päpstliche Münze, die Zecca, pachten.
Unter Julius’ Nachfolger Leo X. (amt. 1513–1521) aus dem Haus Medici rückte das Ablassgeschäft in den Mittelpunkt der römischen Geschäfte. Beim Ablass handelt es sich um eine päpstlich sanktionierte Ersetzung einer Kirchenbuße durch andere fromme und wohltätige Werke. Die mittelalterliche Kirche hatte die Lehre vom Fegefeuer als einem „dritten Ort“ zwischen Himmel und Hölle entwickelt, um die scharfe Alternative zwischen Erlösung und Verdammnis abzumildern.
Zur Verkürzung des Fegefeuers konnten die Gläubigen gute Werke tun. Neben einer Pilgerreise und der Unterstützung frommer Stiftungen war der Kauf von Ablassbriefen, die die Päpste zu besonderen Anlässen wie kirchlichen Jubeljahren ausstellten, eine weitere Option.
Dahinter stand der Gedanke, dass die Kirche aufgrund der Verdienste Christi und der Heiligen einen Gnadenschatz verwaltet, aus dem sie Sündenstrafen nachlassen kann. Seit dem 15. Jahrhundert sorgte das wachsende Bedürfnis der Menschen nach der Sicherung ihres Heils für eine starke Nachfrage nach Ablassbriefen – für die Kirche ein willkommenes Instrument, um karitative Einrichtungen, Kirchenbauten oder den Kampf gegen die Osmanen zu finanzieren.
Ablass dient auch zur Tilgung der Schulden bei den Fuggern
Im Jahre 1514 erließ Papst Leo X. zur Finanzierung des Neubaus des Petersdoms einen Ablass für die Kirchenprovinzen Mainz und Magdeburg. Dieser ging auf die Initiative Albrechts von Brandenburg zurück, dem die Hälfte des Erlöses zufallen sollte.
Albrecht war 1513 zum Erzbischof von Magdeburg und Administrator von Halberstadt und im folgenden Jahr auch zum Erzbischof von Mainz gewählt worden. Da diese Ämter der päpstlichen Bestätigung bedurften und Dispense für die Kumulation mehrerer Bistümer sowie für das jugendliche Alter des Hohenzollern erforderlich waren, hatte sich Albrecht dafür erhebliche Summen von den Fuggern geliehen. Im Laufe der Verhandlungen in Rom wuchsen seine Schulden bei ihnen auf über 48 000 Gulden an, die mithilfe des Ablasses abgetragen werden sollten.
Die Predigten, in denen der Dominikanermönch Johann Tetzel diesen Ablass anpries, waren der Anlass für die 95 Thesen, die der Wittenberger Professor Martin Luther im Oktober 1517 publizierte. Die geschäftlichen Verbindungen zwischen dem Erzbischof und dem Handelshaus der Fugger waren Luther nicht bekannt; ihm ging es vielmehr um die theologische Klärung der Legitimität solcher Ablasskäufe, die auch deshalb fragwürdig erschien, weil es inzwischen üblich geworden war, Ablässe für die Sünden bereits Verstorbener zu erwirken.
Als Leo X. 1521 starb, blieb er seinen Augsburger Gläubigern 27 684 Dukaten schuldig. Papst Hadrian VI. (amt. 1522/23) gewährte den Fuggern zwar nochmals ein Münzmonopol, doch dieses wurde bereits im September 1524 von seinem Nachfolger Clemens VII. (amt. 1523–1534) gekündigt. Unter diesem Papst lösten sich die engen Beziehungen zwischen den Fuggern und der Kurie zunehmend auf.
Der Umfang der Ablassgeschäfte ging massiv zurück, als sich die evangelische Bewegung im Reich ausbreitete, und die Plünderung Roms durch kaiserliche Söldner im Jahre 1527 – der berühmt-berüchtigte Sacco di Roma – gab den letzten Anstoß, die Faktorei in Rom zu schließen. Um die geschäftlichen Interessen der Fugger im Süden Italiens kümmerte sich in der Folgezeit eine Niederlassung in Neapel.
11. Juni 2026
Die erste Fußballweltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt. Aber warum eigentlich gerade dort? Bis dahin hatten die großen europäischen…
Geschichte & Archäologie
Rätsel um kopflose Skelette geht weiter
9. Juni 2026
Kopflose Skelette aus einem jungsteinzeitlichen Siedlungsgraben in der Slowakei geben Archäologen weiterhin Rätsel auf. Denn warum Menschen…
Geschichte & Archäologie
Mammutfund erweist sich als steinzeitliches Cold Case
8. Juni 2026
Cold Case: Ein bei Regensburg entdecktes Mammutskelett hat sich als wichtiges Zeugnis der menschlichen Frühgeschichte entpuppt. Denn…