Bei der Preisverleihung in Oslo im Dezember 1979 berührte Mutter Teresa mit einfachen Worten die Herzen ihrer Zuhörer: „Ich glaube, dass wir in unserer Familie keine Bomben und Kanonen brauchen, nicht zerstören müssen, um Frieden zu schaffen. Gehen Sie aufeinander zu, lieben Sie einander und bringen Sie diesen Frieden, diese Freude, diese Kraft des Füreinanderdaseins in Ihr Zuhause. Und wir werden alles Übel in der Welt überwinden können … Liebe beginnt zu Hause, und es geht nicht darum, wie viel wir tun, sondern mit wie viel Liebe wir es tun … Und darum lasst uns einander mit einem Lächeln begegnen, denn das Lächeln ist der Anfang der Liebe, und wenn wir anfangen, einander zu lieben, werden wir etwas füreinander tun wollen.“
Mutter Teresa war auf dem Höhepunkt ihres Ruhms angekommen. Dass die Preisverleihung keine Kontroverse hervorrief – immerhin war keine klassische Friedensarbeit ausgezeichnet worden – und ihrem scharfen Plädoyer gegen Abtreibung in ihrer Dankesrede kaum Beachtung geschenkt wurde, war auch den politischen Umständen der Zeit geschuldet – zwischen Ost und West standen die Zeichen auf Konfrontation: Der NATO-Doppelbeschluss und der sowjetische Einmarsch in Afghanistan erfolgten im selben Monat.





