Das Grab in Assisi wurde bald zur Pilgerstätte und Franziskus selbst bereits zwei Jahre nach seinem Tod, am 16. Juli 1228, von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Die Umstände sind freilich außergewöhnlich: Der Papst, der vermutlich das Verfahren selbst eingeleitet hatte, verzichtete auf die sonst unabdingbare Lebensbeschreibung des Verstorbenen zur Prüfung seiner Heiligkeit – eine solche Vita wurde erst nach der Kanonisierung des Franziskus von Thomas von Celano verfasst. Gregor IX. hatte offenbar nicht nur die Wirkmacht des Franziskus und seines Ordens erkannt, sondern auch die Chance, mit der Heiligsprechung die Armutsbewegung von Assisi in die Amtskirche einzugliedern.





