Mit Fleiß, vielen Mitarbeitern und einigen Millionen Reichsmark hatte Ehrlich seit 1907 an einem Mittel gegen die „Krankheit der Venus“ geforscht. Die Unterstützung der Firma Hoechst mit Rohmaterialien tat ihr Übriges. Ehrlich verfolgte den Ansatz, dass die biologische Wirksamkeit einer Substanz von ihrer chemischen Zusammensetzung abhängt und von derjenigen der Zelle, auf die der Stoff einwirkt. Und tatsächlich, im 606. Laborversuch gelang ihm schließlich der Treffer. Mit dem Wirkstoff gegen die Syphilis entwickelte Paul Ehrlich zugleich das erste Chemotherapeutikum der Medizin, das unter dem Namen „Salvarsan“ auf den Markt kam. Die Hoffnungen waren groß, doch erlitten sie einen Rückschlag, als es 1914 wegen einiger Todesfälle infolge der Medikamenteneinnahme zum aufsehenerregenden „Salvarsan-Prozess“ in Frankfurt kam.





