Kaiser Tiberius (reg. 14–37) war kein Freund von Gladiatorenspielen. Überhaupt hielt er nicht viel von Staatsakten und Massenveranstaltungen – eine Eigenschaft, die ihm seine Herrschaft erschweren und schließlich verleiden sollte. Als sein Sohn Drusus im Jahr 15 Gladiatorenkämpfe veranstaltete, reagierten die Zuschauer, die aus der Arena vieles gewohnt waren, schockiert auf das exzessive Blutvergießen und besonders auf Drusus’ offen zur Schau gestellte Begeisterung.
Was genau an den Kämpfen so ungewöhnlich war, ist leider nicht überliefert. Vielleicht ließ Drusus die Gladiatoren prinzipiell bis zum Tod kämpfen; mit großer Wahrscheinlichkeit rüstete er sie aber mit besonders scharf geschliffenen Waffen aus, damit möglichst viele schwere Verletzungen auftraten. Tiberius tadelte seinen Sohn – und nahm in der Folge Abstand davon, Gladiatorenkämpfe in Rom organisieren zu lassen.





