Pergamon – diese antike Stadt im Westen Kleinasiens steht für antike Pracht. Das berühmteste Glanzstück ist der sogenannte Pergamon-Altar, dessen Nachbau im Berliner Pergamonmuseum zu bestaunen ist. Im Laufe der langen Grabungsgeschichte tauchten immer wieder beeindruckende Zeugnisse der antiken Kunst auf, die das antike Pergamon einst prägten. Die aktuellen Pergamongrabungen werden mit Genehmigung des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus durch das DAI durchgeführt.
Teil der Naturheiligtümer Pergamons
Zuletzt wurden in den 1990er Jahren in den Überresten eines großen Peristylhaus im ehemaligen Stadtzentrum Pergamons Wanddekorationen entdeckt. Völlig überraschend war hingegen der aktuelle Fund der Stuckwand am abgelegenen nördlichen Osthang des Stadtberges. Doch auch hier gab es einst besondere Gebäude, wie frühere Untersuchungen bereits gezeigt haben: Seit Jahren werden hier mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung mehrere Felsbauten erforscht, bei denen es sich um Naturheiligtümer gehandelt hat.
Im Zentrum dieses Ensembles befand sich den aktuellen Entdeckungen zufolge ein Gebäude, dessen Hauptraum mit der Imitation einer kostbaren Marmorverkleidung aus Stuck dekoriert war. Neben mehrfarbigen Quaderreihen und Friesen im unteren und mittleren Bereich der Wände schmückten sie auch Halbsäulen mit Kapitellen. Die großflächige Erhaltung der Dekoration an der Wand macht den Raum zu einem bedeutenden Zeugnis hellenistischer Dekorationskunst.
Elegante Dekoration eines Gelageraums
Dem DAI zufolge wurde das Gebäude mit dem aufwendig geschmückten Hauptraum wahrscheinlich für Gelage im Rahmen von Kulthandlungen in den Felsheiligtümern genutzt. Mittlerweile wurde der Fundort mit einem Schutzbau versehen, in dem nun Konservierungsarbeiten an den Wanddekorationen durchführt werden. So werden sie sich schließlich in das glanzvolle Ensemble der UNESCO-Welterbestätte Pergamon einreihen.
Der Ursprung der antiken Pracht Pergamons geht auf Könige des 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. zurück. Damals bildete die Stadt das Zentrum eines Reiches das große Teile Kleinasiens umfasste. Nach dem Vorbild Athens bauten die Herrscher ihre Residenz prunkvoll aus, förderten Kunst sowie die Wissenschaft und Philosophie durch den Bau einer Bibliothek. Auch unter römischer Herrschaft entwickelte sich Pergamon weiter und avancierte zu einer der größten und bedeutendsten Städte des Ostens. Wie so viele andere antike Städte fiel sie dann jedoch den Wirren der Spätantike zum Opfer und verfiel schließlich.





