Die Schrift erregte öffentliche Aufmerksamkeit, zumal der anfängliche Jubel über Napoleon nach dem Sieg über Österreich bei Ulm schnell einer antifranzösischen Stimmung wich, die unter anderem den Lasten geschuldet war, die die Einquartierungen der Grande Armée für die Bevölkerung bedeutete. Überall im Süden regte sich lokaler Protest und Widerstand. Vor allem die Wirtshäuser waren für die „kleinen Leute“ ein beliebter Diskussionsort, um über das politische Geschehen zu räsonieren.
Mit der Erschießung Palms am 26. August 1806 wollte Napoleon ein Exempel statuieren. Danach gab es kaum noch Kritiker, Rede- und Meinungsfreiheit wurden eingeschränkt, und ein „Maulkorberlass“ verbot alsbald jedes politische Gespräch. Auch deswegen gilt Palm bis auf den heutigen Tag als wichtiges Symbol für die Bedeutung freier Rede und Schrift. So zeichnet die unlängst gegründete Palm-Stiftung Journalisten aus, die sich besonders um die ungehinderte Verwirklichung der Pressefreiheit verdient gemacht haben.





