Nach anfänglicher Begeisterung für den Kaiser der Franzosen und die unter ihm eingeleiteten Reformen wuchs in der Bevölkerung bald Unmut und Hass gegen die französische Hegemonialmacht. Hohe Kontributionszahlungen, wirtschaftliche Einbußen und die zunehmende Einbeziehung der Zivilbevölkerung in die Kriege waren Gründe für den wachsenden Widerstand im Volk. Aber erst der verlustreiche Rückzug Napoleons aus Moskau nahm ihm den Nimbus des Unbesiegbaren und führte schließlich zur Kriegserklärung Preußens an Frankreich. In der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 besiegten die Truppen der Koalition das französische Heer. Mit der Niederlage Napoleons 1815 in der Schlacht bei Waterloo war Europa endgültig von der französischen Besatzung befreit.
Bis heute stellen die Befreiungskriege ein für die deutsche Nationalgeschichte bedeutendes Ereignis dar. In den vergangenen 200 Jahren war die Deutung der deutschen Erhebung durch die Geschichtsschreibung mehrfach einem Wandel unterlegen. Je nach politisch-weltanschaulicher Position wurden unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund gerückt: der konventionelle Krieg und der Sieg der Koalitionsmächte, die Rolle des Volkes oder das Engagement der bürgerlichen Bildungsschicht.
Die Ausstellung im Haus Schlesien erläutert die Zusammenhänge, die zu den Befreiungskriegen 1813 – 1815 geführt haben, sowie die Ereignisse jener Jahre selbst. Insbesondere widmet sich die Ausstellung aber der Erinnerung und Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen in den zwei folgenden Jahrhunderten. Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten, insbesondere dem 100. Jahrestag, thematisiert sie auch die „Heldenverehrung“, die Auseinandersetzung in Kunst und Literatur sowie die Bedeutung für die Entwicklung eines deutschen Nationalbewusstseins.





