Die erste der neuen Folgen der Serie widmete sich bereits vergangenen Sonntag mit dem Schicksal eines der umstrittensten deutschen Offiziere des Dritten Reiches: Generalfeldmarschall Friedrich Paulus. In die militaristische Zeit des deutschen Kaiserreichs hineingeboren, beginnt der junge Paulus eine Karriere beim preußischen Heer. Während der Weimarer Republik mit Ausbildungsaufgaben in Berlin betreut, steigt der aufstrebende Major bis Ende der 1930er Jahre zu einem von Hitlers maßgeblichen Planern des Krieges gegen die Sowjetunion auf. Doch sein Glück wendet sich, als er mit seiner 6. Armee in Stalingrad eingeschlossen wird und im harten Winter des Jahre 1943 kapitulieren muss. Paulus verweigert den zuvor von Hitler geforderten Selbstmord und begibt sich in sowjetische Gefangenschaft. In den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen tritt der hochdekorierte Feldmarschall dann als Kronzeuge der Sowjets gegen seine einstigen Kameraden und Vorgesetzten auf. Nach seiner Freilassung 1953 wählt er die DDR als neue Heimat, was das SED-Regime zur Propaganda nutzt. Am 1. Februar 1957 stirbt Friedrich Paulus an den Folgen einer zwei Jahre zuvor ausgebrochenen, schweren Knochenkrankheit. Bis heute wird diskutiert, wie der Mann, der als erster die grausamen Eroberungspläne der Nationalsozialisten offenlegte und später zum Freund der DDR wurde, historisch einzuschätzen ist.
Die zweite Folge beschäftigt am kommenden Sonntag mit einer Frau, die Macht und Schönheit aufs Eindrucksvollste miteinander zu verstehen verband: die 1680 in Warschau geborene Katharina von Altenbockum verdrehte zu ihren Lebzeiten mehreren gleich deutschen Landesfürsten erfolgreich den Kopf und stieg so 1704 zur Reichsfürstin von Teschen auf. Auf der Liste ihre Verehrer finden sich August der Starke, König von Polen und Herzog von Sachsen, sowie später Friedrich Ludwig von Württemberg-Winnental, den Katharina 1722 ehelicht. Neben ihrer Biographie zeichnet die ihr gewidmete Folge der „Geschichte Mitteldeutschlands“ das typische Leben bei Hofe im 18. Jahrhundert nach, das voll war mit Leidenschaft und Begierde, aber auch Intrigen und Machtkämpfen. Ein weiteres Thema wird die moralisch zutiefst umstrittene, in der historischen Wirklichkeit jedoch überall in Europa praktizierte Mätressenwirtschaft sein. Dank ihrem Einfluss als Mätresse gelang es Katharina, Vertrauen und Gunst des sächsischen Herrschers zu gewinnen, und so die Geschicke des ganzen Landes mit zu beeinflussen.
Die dritte Folge der neuen Staffel beleuchtet dagegen am 30.Oktober, passend zur „Halloween“-Zeit, ein eher gruseliges Kapitel mitteldeutscher und europäischer Geschichte. Das Leben und Leiden der Maria Kleinecke, einer Viehmagd aus Schönebeck ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Zeit der Hexenverfolgung. Die als „Brockenhexe“ unter Folter zum Geständnis gezwungene Maria wird im Jahre 1619 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie ist damit eines der europaweit tausenden Opfer immer wiederkehrender Wellen von Hexenprozessen. Der an sie gerichtete Vorwurf lautet: Flug mit dem Besen zum bekannten Hexensammelplatz auf dem Brocken im Harz. Gezeigt werden aber nicht nur Leben und Leiden der jungen Magd, sondern die ganze grausame Logik der Hexenverfolgung mit Gerichtsprozessen, vermeintlichen Zeugen und Beweisen, und der Verselbstständigung eines Volksglaubens, die, angestachelt auch durch Werke wie Goethes „Faust“, zu einem der fragwürdigsten Phänomene der deutsches Justizgeschichte führte.





