Viele Städte und Siedlungsstrukturen Europas besitzen bekanntlich eine alte und spannende Geschichte. Doch durch die heutige Bebauung sind die Spuren aus der Vergangenheit häufig nicht für die Archäologie zugänglich. Doch gelegentlich eröffnen sich Möglichkeiten: Auch im aktuellen Fall führten Bauarbeiten zu den archäologischen Entdeckungen. Im vergangenen November sind Arbeiter bei der Sanierung der Würzburger Straße im Fürther Gemeindeteil Burgfarrnbach auf ungewöhnliche Strukturen unter der heutigen Pflasterung gestoßen. Daraus entwickelte sich dann die aktuelle archäologische Untersuchung, über deren bisherige Ergebnisse das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) nun berichtet.
Teil eines alten Handelsweges
Die Archäologen entdeckten dort die Hunderte Jahre alten Überreste eines Bohlenwegs, der nun meterweise weiter freigelegt wird. Neben den schweren Holzstrukturen, die den Weg einst stabilisierten, entdeckten das Team auch bereits weitere Relikte aus der Vergangenheit: Knöpfe, Hufeisen und sogar eine Silbermünze aus der frühen Neuzeit kamen zum Vorschein. Wie die Archäologen erklären, handelt es sich um ein Stück einer einst bedeutenden Handelsstraße, die Nürnberg und Frankfurt verband. Die heute unscheinbar wirkende Würzburger Straße bildete dabei die Ortsdurchfahrt dieser Fernhandelsroute durch die Siedlung Burgfarrnbach nahe der Stadt Fürth. Der Ort wurde schon im Jahr 903 als „Varenbach“ in Verbindung mit einem einstigen Königshof erwähnt.

Wie das BLfD berichtet, findet sich die frühste Erwähnung der Ortsdurchfahrt von Burgfarrnbach in einer Gemeindechronik aus dem Jahre 1592: Darin heißt es, dass die Anwohner damals dazu aufgefordert wurden, den Weg zu pflegen und wo notwendig, für Ausbesserungsarbeiten zu sorgen. Auf diese Endstandsetzungsarbeiten in den folgenden Zeiten sind offenbar auch die erhaltenen Bohlen zurückzuführen. Denn die dendrochronologische Altersbestimmung des Holzes ergab für die bisher untersuchten Kiefernstämme 1773 als das Jahr der Fällung.
Auch Edle Kutschen zogen einst durch
Offenbar wurden sie somit nicht lange vor einem historisch überlieferten Spektakel auf der Straße verlegt, berichtet das BLfD: Am 27. September 1790 zog eine prunkvolle Prozession mit edlen Kutschen und geschmückten Rössern durch die Ortsdurchfahrt in Burgfarrnbach auf dem Weg nach Frankfurt. Dabei wurde der Schatz der deutschen Kaiser und Könige transportiert – die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches, zu denen die Reichskrone und die Heilige Lanze gehören. Dies ist durch Abbildungen des festlichen Zuges dokumentiert, die im Staatsarchiv Nürnberg aufbewahrt werden.





