Die mittelalterliche Kulisse Schaffhausens bietet mit dem Herrenacker, der vermutlich schon im 15. Jahrhundert Austragungsort von Ritterfestspielen war, den geeigneten Platz, um diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Für ein spannendes Turnier reist eine internationale Truppe renommierter Turnierreiter an. Diese besteht aus einer achtköpfigen Gruppe um den US-amerikanischen Turnierleiter Toby Capwell. „Bei uns ist alles echt. Wir kämpfen so realistisch, dass wir auch im Mittelalter mithalten könnten.“, kündigt Capwell an. Folglich wird mit schweren Lanzen aus Vollholz und mit echtem Krönlein aus Stahl an der Lanzenspitze gekämpft. Auch Schwerter und Rüstungen entsprechen den mittelalterlichen Vorlagen. Selbst die Turnierpferde sind hochspezialisiert und beschleunigen aus dem Stand mit dem Ritter auf dem Rücken auf bis zu 30 Stundenkilometer.
Doch nicht nur die Ritter und deren Wettstreit stehen im Mittelpunkt der Festspiele. Auch die Gruppe „Company of Saynt George“ wird mit über 50 Mitgliedern rund um das Museum zu Allerheiligen das Leben in einem Söldnerlager nachstellen. Dieser Vorgang wird „Reenactment“ genannt, das heißt historische Tatsachen werden möglichst authentisch inszeniert und nachgespielt. Deshalb wird altes Handwerk, wie es zum Beispiel in einer Schmiedewerkstatt oder in einer Töpferei verrichtet wurde, vorgeführt. Dazu kann man Schreibern und Marketendern bei ihrer Arbeit zusehen, und auch die mittelalterliche Art des Nähens und Spinnens wird präsentiert. Weitere Attraktionen: Falkenflüge und Windhunderennen.
Ritterturniere waren auch Titelthema im DAMALS-Heft 4/2014. Das Heft kann noch bestellt werden: http://www.damals.de/de/6/Heftarchiv.html





