Schließlich gab Papst Julius II. den Auftrag zum Neubau der Peterskirche, für den am 18. April 1506 der Grundstein gelegt wurde. Über 200 Meter lang und fast 140 Meter breit sollte das Gotteshaus werden, das versprachen die Pläne Bramantes und seiner Nachfolger. Nördlich der Alpen aber interessierte weniger die kühne Architektur des neuen Petersdoms: In einer Zeit, da die Kritik an der Geldgier und der eitlen Prachtentfaltung der Papstkirche immer lauter wurde, stieß die Art der Finanzierung des Neubaus auf massiven Unmut. Der Verkauf von Ablaßbriefen und der Peterspfennig, eine Abgabe der Gläubigen an den Heiligen Stuhl, sollten nämlich die monumentalen Pläne Realität werden lassen. Während der Streit um den Ablaßhandel den Ruf nach einer Reformation der Kirche immer lauter werden ließ und sich das Papsttum schließlich der Entstehung einer neuen christlichen Konfession beugen mußte, wurde auf dem Vatikanhügel in Rom unverdrossen weitergebaut – der Petersdom wuchs zum größten Bauwerk der damaligen Welt heran. Nach fast 120 Jahren war es soweit: Am 18. November 1623 wurde der Dom von Papst Urban VIII. geweiht.





