Drei Funde, darunter die beiden Jugendlichen sowie ein Mann, datierten die Forscher in die Eisenzeit (rund 760 – 400 v. Chr). Dieses Ergebnis hatten die Archäologen für alle Knochen erwartet. Dann folgte, so Timo Seregély, die Überraschung: Bei einer Frau fiel die Altersdatierung in die Epoche der frühen Bronzezeit, 1980 – 1740 v. Chr. Die Knochen einer weiteren Frau sowie eines Mannes datierten die Archäologen auf 2910 – 2660 v. Chr. und somit ins das Endneolithikum (Spätphase der Jungsteinzeit). Die Forscher versprechen sich von diesem Ergebnis erste wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu Deponierungshandlungen in Schachthöhlen.
Der Fund der Höhle gilt als Glücksfall für die Wissenschaft. „Von so einer Höhle träumt man als Archäologe“, schwärmt Seregély. Eigentlich kann die Nördliche Frankenalb jede Menge prähistorisch genutzte Schachthöhlen wie die Kirschbaumhöhle vorweisen. Doch sind viele Fundstücke durch eine schlechte Dokumentation zu Beginn des 20. Jahrhunderts verloren oder verschollen gegangen. Die Entdecker der Höhle beließen diese außerdem in ihrem ursprünglichen Zustand. Dies bot den Forschern die einmalige Gelegenheit, die Höhle mit modernster Technik im Originalzustand zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Restaurierungswissenschaften der Universität Bamberg konnte mit Hilfe eines hochpräzisen terrestrischen 3D-Scanners ein millimetergenauer Plan erstellt werden.





