In den achtziger Jahren des 15. Jahrhunderts nahm die künstlerische Gestaltung zu, auch wenn die meisten Formschneider namenlos blieben. Michael Wolgemut, der Lehrherr Dürers, schuf mit seinen Illustrationen der frühen 90er Jahre differenzierte Holzschnitte, die als autonomes Kunstwerk keiner Ausmalung mehr bedurften. Der Schüler sollte 1498 seinen früheren Meister mit der Apokalypse weit überflügeln. Dürer setzte mit seiner Holzschnittkunst einen künstlerischen wie technischen Höhepunkt. Sie wurde der Maßstab für die Illustration des frühen 16. Jahrhunderts. Alle namhaften Künstler seiner Zeit entwarfen nun Vorlagen für den Buchholzschnitt. Genannt seien hier Lucas Cranach d.Ä. und der Petrarcameister. Hans Holbein d.J. war es, der die Stilmittel des Holzschnittes kurz nach Dürers Tod 1528 wieder vereinfachen sollte. Die große Blütezeit dieser druckgraphischen Technik neigte sich spätestens zur Jahrhundertmitte ihrem Ende zu. Die Ausstellung präsentiert berühmte und weniger bekannte Illustrata aus Augsburg, Ulm, Basel, Zürich, Straßburg, Mainz, Nürnberg, Köln, Lübeck, Leipzig und Wittenberg.





