Zu Lebzeiten hatte Huisken selbst seine jeweils neuesten Arbeiten in etlichen Ausstellungen vorgestellt, doch diese Retrospektive spannt mit ca. 60 Exponaten erstmals einen Bogen von frühesten erhaltenen Zeichnungen (aus dem Jahr 1945) über die bekannten Landschaftsbilder der 70er und 80er Jahre bis hin zu einer Arbeit aus dem Jahr 2000. Dabei wird die Vielseitigkeit des Künstlers offenbar: Neben den Ölgemälden finden sich Bleistiftzeichnungen, großformatige Druckgrafiken, Gouachen und Tuschpinselarbeiten. Den abstrakten Acrylgemälden der 1980er Jahre stehen lyrische, in Tempera geschaffene Abstraktionen der 1950er Jahre gegenüber. Besonders eindrucksvoll ist eine Reihe seiner Tuschpinselzeichnungen – diese meditativen Arbeiten aus den 90er Jahren wirken wie ein Vermächtnis, hatte er doch nahezu täglich eine angefertigt und mit dem jeweiligen Datum versehen. Sie zeigen Huiskens Vorliebe für das Grafische, was sich auch in seinen Landschaften und farbigen Abstraktionen immer wieder Bahn brach. Gleichzeitig finden sich in diesen „Kalligrafien“ genannten Werken abstrakt verkürzte Zeichen seiner Landschaftsmalerei und freie gestische Formen als Manifestationen des Unsichtbaren, der Empfindung und des Gedankens.
Die Auswahl fokussiert motivisch auf Landschaften und Abstraktionen – die beiden Pole, zwischen denen Huisken zeitlebens immer wieder hin- und herpendelte. Dabei sind spätere Rückbesinnungen auf seine Anfänge als Maler interessant – etwa bei den fast impressionistisch wirkenden Heidebildern. Auch wie sehr sich die Arbeit an den Abstraktionen auf die Gestaltung der Landschaftsgemälde auswirkte (und umgekehrt) zeigt die Ausstellung deutlich.





