Es war die große Zeit der konfessionellen Auseinandersetzungen, in der Dietrich von Fürstenberg den Paderborner Bischofsstuhl innehatte, von 1585 bis zu seinem Tod 1618. Auch im Hochstift Paderborn, jenem Gebiet, in dem der Bischof gleichzeitig Landesherr war, fand die Lehre Luthers immer mehr Anhänger. Nur mit größter Mühe gelang es Dietrich von Fürstenberg, seine Bischofsstadt Paderborn wieder zu rekatholisieren. So nimmt es nicht wunder, dass die Wewelsburg ihm zwar einerseits als Residenz diente, zugleich aber auch einen sehr wehrhaften Charakter besitzt. Bis zur Säkularisation 1802 blieb die Wewelsburg in fürstbischöflichem Besitz. Diese lange Verbindung dokumentiert das Historische Museum des Hochstifts Paderborn. In 29 Räumen wird hier die Geschichte des Paderborner Landes von den Anfängen der Besiedlung bis zur Säkularisation nachgezeichnet.
1815 fiel das Hochstift Paderborn nach dem Intermezzo des napoleonischen Königreichs Westphalen an Preußen. Die Burg glich damals eher einer Ruine. Leben kehrte erst wieder 1924 ein, als der Kreis Büren die Wewelsburg erwarb, die fortan gastronomisch, als Jugendherberge und auch schon als Heimatmuseum genutzt wurde. Allerdings fehlten, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise, die Mittel zu einer nachhaltigen Wiederherstellung der Anlage. Im September 1934 wurde dann Heinrich Himmler zum neuen Herrn der Wewelsburg.
Die neugestaltete „Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 –1945“ im ehemaligen Wachgebäude der SS befasst sich auf einer Fläche von 850 Quadratmetern einerseits mit der Nutzung der Wewelsburg durch die SS, bettet diese aber in die allgemeine Geschichte der SS ein. Ausgehend von den ideologischen Grundlagen, werden Selbstverständnis und Organisationsstruktur, Ausgrenzungsmechanismen, Verfolgungsapparat, Lagersystem und Vernichtungspraxis dargestellt. Ein Thema sind auch die wissenschaftlichen und kulturpolitischen Ambitionen der SS.
Von 1939 bis 1945 bestand in der Nähe ein Konzentrationslager, dessen Häftlinge zu Bauarbeiten an der Wewelsburg eingesetzt wurden. Über 1000 Menschen fielen hier den Arbeitsbedingungen und dem Terror der SS zum Opfer. Auch ihrer wird in der Erinnerungsstätte gedacht. Ein letzter Abschnitt der Ausstellung gilt der Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Zweiten Weltkrieg.
Neben den beiden Museen gibt es auf der Wewelsburg heute – wie schon in den 1920er Jahren – eine Jugendherberge und ein Restaurant.
Kreismuseum Wewelsburg, Burgwall 19, 33142 Büren-Wewelsburg
http://www.wewelsburg.de
Redaktion





