Nikolaus war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra an der Südküste der heutigen Türkei war. Kinder lieben ihn für die Geschenke, die er am 6. Dezember aus seinem Sack verteilt, ein Brauch, der durch den niederländischen „Sinterklaas“ populär wurde und nur im westlichen Christentum existiert. Coca-Cola trug ab 1900 dazu bei, das Bild des typischen „Weihnachtsmanns“ mit weißem Bart und roter Zipfelmütze in die Welt zu tragen, indem sie Nikolaus in ihren Firmenfarben für Werbezwecke einsetzte.
Im christlichen Osten ist Nikolaus hingegen seit über tausend Jahren ein ernstzunehmender Volksheiliger, dem viele Kirchen geweiht sind. So soll er in Russland die Stadt Mozajsk vor dem Angriff der Tartaren bewahrt haben. Legenden schildern sein stets hilfsbereites und men-chenfreundliches Wesen und schreiben ihm zahlreiche Wunder zu. Als „Heiliger für alle Fälle“ gilt Nikolaus unter anderem als Patron der Seefahrer und aller Reisenden.
Jetzt stellt das Ikonen-Museum Recklinghausen in seinen neu gestalteten Räumen erstmals 114 Nikolausikonen aus der hauseigenen Sammlung vor. Dazu zählen griechische und russische Ikonen, die mit Eitempera auf Holz gemalt sind und ins 15. bis 19. Jahrhundert datieren, rumänische Hinterglasikonen, Buchmalereien, ein byzantinisches Relief aus Steatit und unzählige Varianten russischer Metallikonen, die häufig kunstvoll emailliert und wegen ihrer Robustheit bei Reisenden sehr beliebt sind.





