Die Sonderausstellung präsentiert noch bis zum 4. März 2012 alltägliches wie sonntägliches Geschehen, etwa eine Familie, die in den 1920er Jahren neben dem Auto im Wald picknickt, vergisst aber auch den sauren Regen oder den Wald als Ort von Leid, Krieg und Tod nicht. „Juden sind in unsern deutschen Wäldern nicht erwünscht“, verkündete 1936 ein Schild in Mittenwalde.
Natürlich fehlen auch die Bereiche Literatur, Musik und bildende Kunst nicht. Der Musik wird mit Hörbeispielen aus Opern und dem Volksliedgenre Genüge getan, der Literatur mit dem Hinweis auf Bücher sowie mit treffenden, oft höchst vergnüglichen oder nachdenklichen Zitaten. Erich Kästners schöne Überlegung aus dem Jahr 1959 ist nur eines von vielen: „Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. / Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden / und tauscht bei ihnen seine Seele um. / Die Wälder schweigen, doch sie sind nicht stumm. / Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.“
Viel Raum wird verständlicherweise der Graphik und Malerei eingeräumt. Von Caspar David Friedrich bis zu Anselm Kiefer reicht die Palette, von botanisch genauen bis zu romantischen Waldbildern. Auch eine ideologische Vereinnahmung blieb dem Wald kaum je erspart. Der anregende Katalog ist im Sandstein Verlag (Dresden) erschienen.





