Einer Neuauflage des bis heute in zahlreichen Auflagen und Editionen erschienenen Werkes hat sich der inzwischen verstorbene Wiener Afrikanist Herbert Gussenbauer gewidmet. Der von über 1 000 auf 300 Seiten gekürzte Text erzählt in chronologischer Anordnung von den Erlebnissen und Beobachtungen Schweinfurths, ergänzt durch zahlreiche, vom Autor selbst gezeichnete Illustrationen. Der Schwerpunkt der Darstellung verschiebt sich damit auf seine ethnologischen Beschreibungen. Schweinfurth ging dabei streng wissenschaftlich vor und schilderte respektvoll Aussehen, Leben und Sitten der Einwohner Zentralafrikas. Dennoch wird ersichtlich, dass auch er dem zeitgenössischen Kolonialdenken anhing. Zwar kritisierte er die diesen Völkern gegenüber praktizierte Unterdrückungspolitik und den Sklavenhandel. Gleichwohl propagierte er die Anwesenheit der Europäer zum Zwecke der Erziehung, um die Menschen aus ihrem seiner Ansicht nach unwürdigen Dasein zu befreien und ihnen die Segnungen der Zivilisation zu bringen.
Rezension: Daniel Tuttenuj





