Wie vieles im Golfstaat Oman ist die 2001 nach fünf Jahren Bauzeit eröffnete Anlage eine Einrichtung der Superlative: Der Perserteppich in der Gebetshalle weist eine Fläche von 70 mal 60 Metern auf, der Kristall-Lüster im Gebetssaal der Männer wiegt sieben Tonnen, das Gemäuer besteht aus indischem Sandstein, die riesigen Außenflächen aus Carrara-Marmor. Wie viel der Prunkbau gekostet hat, ist offiziell nicht bekannt. Die geschätzten Kosten liegen bei einer Summe von bis zu 500 Millionen Dollar.
Die Mosche ebenso wie zahlreiche Paläste und Krankenhäuser, ein umfangreiches Schulsystem sowie ein hervorragend ausgebautes Autobahn-Netz spiegeln das Wirken des Mannes wider, der im Oman – nicht nur auf den Geldscheinen und als Bildnis an Häuserwänden – allgegenwärtig ist: Sultan Quaboos. Nachdem dieser 1970 seinen Vater absetzt hatte, begann er, das Land konsequent zu modernisieren.
Auch das Volk profitiert vom Öl
Der in Großbritannien zum Offizier ausgebildete Quaboos regiert mit absoluter Macht, unterstützt von einem in zwei Häuser aufgeteilten Parlament (der eine Teil der Deputierten wird von ihm ernannt, der andere alle vier Jahre in den Regierungsbezirken durch Wahl bestimmt). Dieses hat allerdings nur beratende Funktion.
Der Oman verfügt über Ölvorkommen ebenso wie bisher erst in Ansätzen ausgebeutete Gasvorräte. Beides bildet die Grundlage für den Wohlstand des Wüstenstaats. Im Gegensatz zu unzähligen anderen Autokraten ließ der seit 46 Jahren regierende Sultan sein Volk an dem Wohlstand teilhaben, den die Energievorkommen gebracht haben.
Der inzwischen 76-jährige Herrscher ist der Stabilitätsgarant für das Wüstenland. Eine Krebserkrankung wurde unter anderem in Deutschland behandelt. Wer die Nachfolge des kinderlosen Sultans übernehmen soll, ist kein öffentliches Diskussionsthema.





