Das Imperium der Inka war das größte indigene Reich, das jemals auf amerikanischem Boden erschaffen wurde. Mit Cusco in Peru als Machtzentrum erstreckte es sich über annähernd 5000 Kilometer entlang der Anden von Kolumbien bis nach Chile. Der Fokus der Ausstellung liegt auf der imperialen Phase im 15. und 16. Jahrhundert, in der sich das Reich auf diese beeindruckende Größe ausbreitete. Schwerpunkte sind dabei das Leben der Adligen in Cusco, Architektur, Wirtschaft, Religion, Krieg, Landwirtschaft und nicht zuletzt die Verwaltung des riesigen Reiches. Dass sich europäische Museen bislang nicht an eine Inka-Ausstellung herangetraut haben, könnte vor allem auch daran liegen, dass es sich um eine aufwendige und kostspielige Vorbereitung handelte. Das Linden-Museum erhielt für die Ausstellung unter anderem Objekte von Museen in Peru, Spanien und Großbritannien. Viele Ausstellungsstücke sind zum ersten Mal in Europa zu sehen. Neben rund 80 eigenen Exponaten sind es 170 Leihgaben nationaler und internationaler Museen, darunter seltene Kulturschätze, wie farbenfrohe und reich gemusterte Textilien, Opferschalen aus Stein, Goldschmuck, Knotenschnüre und Rekonstruktionen archäologischer Stätten, die dem Besucher einen vielfältigen Eindruck der Inka-Kultur vermitteln. Zahlreiche Kunstwerke der Inka, wie goldene Figürchen, Schmuck oder Keramik zeugen von dem großen handwerklichen Geschick dieser Kultur.
Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und mit mehreren interaktiven Medienstationen versehen. Einleitend stellt sie den Lebensraum der Inka in den Anden vor und widmet sich den Vorläuferkulturen, die einen bedeutenden Einfluss auf die Kultur der Inka hatten. Anhand der berühmtesten Inka-Herrscher Viracocha, Pachacutec Yupanqui und Tupac Inca Yupanqui, die nicht nur als die Erschaffer des Reiches, sondern darüber hinaus als die Erbauer von Cusco und Machu Picchu gelten, wird der Besucher dann durch die Ausstellung geleitet.
Ein weiteres Kapitel der Ausstellung widmet sich der Kolonialzeit. Die Eroberung Südamerikas durch die Spanier führte zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen im Inka-Reich, die durch die christliche Missionierung und die Funde der Gold- und Silberschätze noch verstärkt wurden. Den dennoch anhaltenden Einfluss der Inka unter spanischer Herrschaft belegen Ritualbecher, Textilien und Gemälde aus der Zeit.
Den Abschluss der Ausstellung bilden eine Reihe Videointerviews, die mit ganz verschiedenen Menschen geführt wurden und einen Bezug zur Gegenwart bieten. Im Mittelpunkt der Interviews steht die Frage, was „Inka“ für die Befragten heute noch bedeutet. Die Antworten sind denkbar verschieden und zeugen davon, wie schwer es sich sagen lässt, was von der Inka-Kultur in unserer Gegenwart noch übrig geblieben ist.





