Bis heute ist Ernst Boerschmann in China relativ unbekannt, da nur 1923 ein Fotobuch in englischer Sprache erschien. Die anderen Publikationen waren in Deutsch, und die in den Dreißigerjahren in China einsetzende Bauforschung verwarf ohnehin die bis dahin von Ausländern erbrachten Leistungen. Die Idee des Nationalstaates und damit einer nationalen Architekturgeschichtsschreibung blieb auch nach der Machtübernahme durch die Kommunisten 1949 erhalten. Heute bekommt Ernst Boerschmann neue Relevanz in China, da Restauration und Rekonstruktion verschwundener Bauten im Kontext von Tourismus und Identitätsbildung neue Anhänger gewinnen. Viele der von ihm untersuchten Bauten verschwanden oder wurden im Laufe des letzten Jahrhunderts entscheidend verändert. So vermag das Vermächtnis von Ernst Boerschmann auch heute noch Impulse in der chinesischen Bauforschung zu setzen.
Deutsch-Chinesisches Kolloquium zur Denkmalpflege am 5. September 2011 Einen Beitrag über die Dokumentationen des Architekturhistorikers Ernst Boerschmann über die Nanjinger Stadtmauer aus dem frühen 20. Jahrhundert wird Dr.-Ing. Eduard Kögel auf einem deutsch-chinesischen Kolloquium halten, das am Montag, 5. September 2011 an der China-Arbeitsstelle der TU Berlin stattfindet. Zeit: 14 – 19 Uhr. Thema: „Stadtmauern: Chance der Stadterneuerung und Objekt der Denkmalpflege: Erfahrungen in China und Mitteleuropa“.





