Polen vor Kriegsbeginn: Im Visier der Nachbarn - wissenschaft.de | DAMALS
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Im Visier der Nachbarn
In Polen wusste man nicht genau, was der Machtantritt der Nationalsozialisten bedeuten würde. Der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Polen von 1934 schien ein gutes Zeichen zu sein, doch bald wurde das Verhältnis angespannter – und Hitlers wahre Ziele wurden deutlich.
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Als Adolf Hitler 1933 in Deutschland zum Reichskanzler ernannt wurde, war Polen bereits seit sieben Jahren eine Diktatur: Józef Piłsudski, der Held der nationalen Wiedergeburt von 1918 und Sieger gegen die Rote Armee 1920, hatte sich im Mai 1926 an die Macht geputscht und bestimmte seitdem die Politik des Landes.
Gerade deshalb bewunderten ihn die Nationalsozialisten, selbst wenn sie ansonsten mit der Idee eines polnischen Staates wenig anfangen konnten: Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg hatte sich der Nachbar wie Phönix aus der Asche erhoben und seine Selbständigkeit wiedererlangt. Zu diesem neuen Polen zählten Gebiete, die in über 100 Jahren Teilung zwischen Preußen, Österreich und Russland zu Deutschland gehört hatten, etwa die Stadt Posen oder Westpreußen, das Polen nun als sogenannter Korridor zwischen Pommern und der neugeschaffenen Freien Stadt Danzig einen Zugang zur Ostsee ermöglichte.
Dazu kamen Teile von Oberschlesien um Kattowitz, für die zwischen 1919 und 1921 drei Aufstände gegen Deutschland geführt wurden. Die Schlacht am St. Annaberg 1921 ging in die Annalen der rechtsnationalen Freikorps ein: Den Deutschen war die Erstürmung der Landmarke gelungen. Die Aufstände nährten den Mythos eines von hinterhältigen Polen und niederträchtigen Alliierten beraubten Reichs. Auch das Freikorps Oberland, das 1923 mit Hitler beim Putsch in München marschierte, war an den Kämpfen beteiligt. Später forderten aber nicht nur die Nationalsozialisten, die Grenzen im Osten zu revidieren: Dieses Ziel war in Deutschland über Parteigrenzen hinweg bis in weite Kreise der SPD konsensfähig.
Bereits der 1922 mit der Sowjetunion geschlossene Vertrag von Rapallo hatte erstmals die beiden großen revisionistischen Staaten zusammengeführt, die Polen 1939 von der Landkarte tilgen sollten.
Die Aussagen in „Mein Kampf“ lassen nichts Gutes ahnen
Genuin nationalsozialistisch war die Rassenideologie, in der die Nachbarn ebenfalls als Feinde galten. In „Mein Kampf“ (1925/26) hatte Hitler die preußische Assimilationspolitik kritisiert, die ihm – trotz aller Härte – völlig verfehlt erschien. Denn selbst bei einem Erfolg „wäre das Ergebnis ein unseliges geworden: Ein fremdrassiges Volk in deutscher Sprache seine fremden Gedanken ausdrückend, die Höhe und Würde unseres eigenen Volkstums durch seine eigene Minderwertigkeit kompromittierend.“
In schwurbeliger Sprache legte Hitler dar, dass er in den Polen am Ende nur Untermenschen sah, die höchstens dazu gut waren, den Deutschen zu dienen. Vor allem aber müssten sie Platz für deutsche Besiedlung machen, sei es durch Vertreibung oder durch Ausrottung in einem vorgeblich immerwährenden Kampf der Rassen.
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Umso überraschender war für die Zeitgenossen der deutsch-polnische Nichtangriffspakt vom Januar 1934. Noch im Jahr zuvor hatte Hitler auf Initiative Mussolinis den sogenannten Viererpakt mit Frankreich und England unterzeichnet, der als große Friedensinitiative gepriesen wurde. In den Augen Polens jedoch war es bedrohlich, wenn die Westmächte das Deutsche Reich nicht mehr in Schach hielten. Warschau, damals militärisch klar überlegen, drohte mit Krieg, falls Berlin das Viererbündnis ratifizieren würde, und besetzte im eigentlich neutralen Danzig die Westerplatte.
Zur Ratifikation kam es tatsächlich nicht, stattdessen wandte sich Hitler Polen zu und versprach im Nichtangriffspakt, die gemeinsame Grenze für die nächsten zehn Jahre nicht anzutasten und für alle Konflikte Verhandlungslösungen suchen zu wollen.
Hinfort präsentierte er sich der überraschten Öffentlichkeit als Friedenskanzler, der als Einziger bereit zur Versöhnung mit dem Nachbarn sei. Trotz einiger Irritation in der NSDAP war das ein diplomatischer Sieg gegen Frankreich, das nun nicht mehr der engste Verbündete des zunehmend allein stehenden Polen war.
Doch auch aus polnischer Perspektive war der Vertrag ein Erfolg und Ausdruck einer neuen Außenpolitik der Äquidistanz gegenüber West und Ost. Zwar glaubte Piłsudski nicht an dauerhafte Sicherheit, aber für die kommenden vier Jahre sah er eine freie Entfaltung garantiert.
Dass Deutschland sich darunter andere Dinge vorstellte, machte Hermann Göring bei seinem Staatsbesuch zu Piłsudskis Beerdigung 1935 deutlich: Er sah Polen als Juniorpartner in einer kommenden Auseinandersetzung mit Russland, deren Ziel die Schaffung von „Lebensraum“ für Deutsche sein müsse – wobei Polen einen Anteil an der Beute in der Ukraine oder Belarus erhalten könne.
Und schon einen Monat nach Abschluss des Abkommens mit Polen, im Februar 1934, hatte Hitler seine Generäle angewiesen, in acht Jahren bereit für einen Krieg zu sein, um ebenjenen „Lebensraum“ gewaltsam erobern zu können. Das war gegen Polen und gegen die Sowjetunion gerichtet, und gerade die Aggressivität gegen den Kommunismus war international anschlussfähig. Von einer Isolation Deutschlands konnte keine Rede mehr sein. Und so verfolgte Hitler seine ideologischen Ziele weiter, etwa die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, die er außenpolitisch immer wieder mit Symbolpolitik verdeckte, etwa den begeistert aufgenommenen Olympischen Spielen 1936 in Berlin.
Antisemitismus ist auch in Polen verbreitet
Die „jüdische Frage“ verband Deutschland und Polen, denn auch im Nachbarland stieg der Auswanderungsdruck auf die Minderheit. Nach Piłsudskis Tod 1935 war der Antisemitismus mehr und mehr Staatspolitik, was zwar einerseits bedeutete, die zahlreichen lokalen Pogrome zu verurteilen, andererseits aber den Ministerpräsidenten dazu veranlasste, Boykotte jüdischer Geschäfte explizit zu begrüßen.
Diskriminierende Gesetze passierten den Sejm, das polnische Parlament, und die sogenannten „Ghettobänke“ an den Universitäten erlangten notorische Berühmtheit: Nicht nur war ein Numerus clausus für jüdische Studierende eingeführt worden, diese mussten auch auf gesondert gekennzeichneten Plätzen in den Hörsälen sitzen.
Am Ende war die Situation trotzdem nicht mit der in Deutschland vergleichbar, denn „Arisierung“, Konzentrationslagerhaft und eine ähnliche Verfolgung gab es in Polen nicht. Auch versuchte Warschau eher, die Auswanderung zu fördern, als die Jüdinnen und Juden direkt zu vertreiben. Beide Regierungen träumten von Madagaskar als Ziel für die jüdische Emigration. Sie mussten aber einsehen, dass ihren Bestrebungen ohne Zustimmung der aufnehmenden Länder bzw. ihrer Kolonialherren enge Grenzen gesetzt waren. Freilich: In Polen gab es für die Auswanderung nach Palästina sogar eine Zusammenarbeit mit den Rechtszionisten um Wladimir (Zeev) Jabotinsky. Dergleichen war in Deutschland unvorstellbar.
Zu Kooperationen zwischen beiden Ländern gegen die jüdische Bevölkerung kam es nicht. Ganz im Gegenteil versuchten sie, ihre jeweilige „jüdische Frage“ zumindest teilweise auf Kosten des Nachbarn zu lösen: Der Sejm hatte Ende März 1938 ein Gesetz verabschiedet, das eine Ausbürgerung von Polen ermöglichte, die bereits seit mehr als fünf Jahren im Ausland lebten.
Das zielte zuvorderst auf die polnisch-jüdischen Emigrantinnen und Emigranten in Österreich ab, denn nach dessen „Anschluss“ an NS-Deutschland rechnete Warschau mit der Rückkehr von bis zu 20 000 Menschen, die in Österreich nun ebenfalls der nationalsozialistischen Verfolgung ausgesetzt waren.
Berlin sah in dem Gesetz einen unfreundlichen Akt. Ernst von Weizsäcker, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, fasste das gegenüber dem polnischen Botschafter Józef Lipski in die Worte, dass „uns im Wege der Ausbürgerung ein Klumpen von 40 –50 000 staatenlosen ehemaligen polnischen Juden in den Schoß fiele“.
Himmler ordnete deshalb Ende Oktober 1938 in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt die Verhaftung von aus Polen eingewanderten Jüdinnen und Juden an. Davon waren mindestens 17 000 Menschen betroffen. Ohne Vorwarnung und teils mit drastischer Gewalt wurden sie über die polnische Grenze abgeschoben. Unter ihnen waren auch Marcel Reich, später allgemein bekannt unter dem Namen Marcel Reich-Ranicki, sowie die Eltern von Herschel Grynszpan.
Letzterer wollte gegen die Deportation bei der deutschen Botschaft in Paris protestieren: Am 7. November erschoss der 17-Jährige den Botschaftssekretär Ernst vom Rath. Die Tat lieferte den Vorwand für die Pogrome in Deutschland seit dem 9. November.
Mehr oder weniger zeitgleich waren die polnischen Grenzpolizisten von der drastischen deutschen Ausweisung vollkommen überfordert. In Zb˛aszy´n, dem zentralen Grenzübergang auf halbem Weg zwischen Berlin und Posen, konnten zwar rund 10 000 Menschen relativ problemlos einreisen, aber weitere 8000, bei denen die Papiere nicht in Ordnung waren oder die keine unmittelbaren Angehörigen in der Heimat hatten, wurden in Internierungslager gezwungen.
Über den Winter hinweg herrschten dort desaströse Zustände, und es kam zu vielen Todesfällen. Warschau protestierte gegen das unangekündigte deutsche Vorgehen, weshalb die Aktion Anfang 1939 ein Ende fand und weitere 6000 Menschen auf normalem Weg die Grenze überqueren konnten.
Die „Polenaktion“ war bezeichnend für das drastisch verschlechterte Klima zwischen den beiden Staaten. Noch aber sonnte sich Warschaus Außenminister Józef Beck in seinen 1938 errungenen scheinbaren Erfolgen wie der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Litauen oder der Rückkehr des Teschener Landes von der Tschechoslowakei. Aber es waren mit Ultimaten erzwungene Pyrrhussiege, die sich letztendlich als fatal für Polens außenpolitisches Prestige erwiesen.
Verlust von Ansehen in den Augen des Westens
Gerade das Vorgehen gegen die Tschechoslowakei nach dem Münchner Abkommen machte einen fatalen Eindruck auf die westlichen Demokratien; zwar hatte die Tschechoslowakei ihren Gebietsanspruch 1919 ebenfalls durch einen Einmarsch erzwungen, aber ihre Notlage 1938 unterschied sich fundamental von der damaligen Situation.
Insbesondere in der amerikanischen Presse firmierte Warschau deshalb – und auch wegen seiner antisemitischen Politik – als eine Art Schurkenstaat, dem keinerlei Sympathien entgegengebracht wurden. Das sollte sich im September 1939 rächen, als England und Frankreich zwar nach dem deutschen Einmarsch den Krieg erklärten, aber wenig Engagement zeigten, weil ihre Öffentlichkeit stark bezweifelte, dass „Sterben für Danzig“ eine sinnvolle Idee sei.
Noch aber war es nicht so weit. Im Herbst 1938 fühlte sich die polnische Diktatur wie eine starke Regionalmacht. Als Hitler im Oktober den Vorschlag unterbreitete, gegen die Rückkehr Danzigs zum Reich, eine exterritoriale Verbindung durch den „Korridor“ sowie Polens Beitritt zum Antikominternpakt dessen Westgrenze zu garantieren, verstand Beck die Welt nicht mehr. „Wir sind doch keine Tschechen“, ließ er seinen Gegenpart Joachim von Ribbentrop wissen. Doch der beharrte auf seinem Angebot und versprach einmal mehr, Polen nach einem gemeinsamen Krieg gegen die Sowjetunion Teile der Ukraine zuzuschanzen.
Die Bedingungen waren unannehmbar, über polnisches Staatsgebiet konnte nicht verhandelt werden. Am 26. März 1939 wies Warschau das deutsche Angebot formal und endgültig zurück; jegliche territoriale Veränderung würde man als Kriegsgrund betrachten. Im Gegenzug kündigte Deutschland am 28. April formal den Nichtangriffspakt.
Friedensabkommen mit der UdSSR und Deutschland laufen aus
Damit war Becks Außenpolitik auf ganzer Linie gescheitert: Wie von Piłsudski prognostiziert, hatten die Abkommen mit der Sowjetunion und mit NS-Deutschland für vier Jahre Ruhe verschafft. Doch diese Zeit war nicht genutzt worden, um sich anders zu orientieren und vorzubereiten. In aller Hektik musste nun ein Bündnis mit England und Frankreich geschlossen werden, das eine Beistandsgarantie vorsah – wobei allen Beteiligten klar war, dass eine militärische Antwort „innerhalb von zwei Wochen“ nach einem Angriff völlig unrealistisch war.
Hitler hingegen hatte systematisch aufgerüstet, so dass die Wehrmacht den polnischen Streitkräften inzwischen deutlich überlegen war. Und mit der „Zerschlagung der Resttschechei“ und dem Bündnis mit der Slowakei konnten zudem Truppen dorthin verlegt werden und die polnische Südflanke bedrohen.
Intern ließ Hitler keine Zweifel an seinen Absichten. Am 23. Mai 1939 erklärte er vor Wehrmachtsoffizieren, dass es ihm längst nicht nur um Danzig gehe: „Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung sowie die Lösung des Baltikum-Problems. Lebensmittelversorgung ist nur dort möglich, wo geringe Besiedelung herrscht.“
Auch Polen bereitete den Krieg vor, aber Józef Beck klang am 5. Mai im Sejm anders. Freiheit wollte er in einer Diktatur nicht versprechen, doch „der Friede ist eine kostbare und erwünschte Sache. Unsere durch den Krieg in Blut getauchte Generation verdient sicherlich eine Periode des Friedens. Doch der Frieden, wie fast alles in dieser Welt, hat einen hohen, aber doch berechenbaren Preis. Den Begriff des Friedens um jeden Preis kennen wir in Polen nicht. Im Leben der Menschen, der Völker und der Staaten gibt es nur ein Gut, das keinen Preis hat: die Ehre.“
Dass Hitler von Appeasement wenig hielt, hatte er nach dem Münchner Abkommen vom September 1938 bewiesen. Er war nicht mehr an Zugeständnissen interessiert, sondern suchte ganz gezielt den Krieg – gegen Polen. Sein Kalkül, wonach die Westmächte erneut vor einer Konfrontation zurückschrecken würden, sollte sich nicht erfüllen. Dafür bekam er ein Bündnis mit Stalin.
Bündnis der Diktatoren Hitler und Stalin
Die Sowjetunion war rein diplomatisch ein Gewinner des Münchner Abkommens, obwohl sie bei den Verhandlungen nicht zugegen sein durfte. Die Furcht vor dem Bolschewismus hatte die Demokratien lange davor zurückschrecken lassen, mit Moskau engere Beziehungen einzugehen.
Doch indem Hitler im März 1939 die ein Jahr zuvor geschlossenen Vereinbarungen so eklatant verletzte, wurde offensichtlich, dass er sich nicht einhegen lassen wollte. Umso mehr waren nun Allianzen gegen ihn gefragt. England schlug also der Sowjetunion ein Dreierbündnis mit Frankreich vor, war aber nicht bereit, die Forderungen des sowjetischen Außenminister Maxim Litwinow zu akzeptieren.
Weil zugleich Deutschland ein Abkommen mit Rumänien schloss, befürchtete Stalin, eingekreist zu werden. Er ersetzte Litwinow durch den als pro-deutsch geltenden Wjatscheslaw Molotow und akzeptierte zunächst eine wirtschaftliche Kooperation mit Deutschland. Als weitere Sondierungen mit dem Westen nicht zu befriedigenden Resultaten führten, der sowjetisch-japanische Grenzkonflikt eskalierte und zudem Deutschland immer bessere Angebote machte, ging Moskau auf Hitlers Vorschläge ein.
Mitte August 1939 drangen die Deutschen auf einen schnellen Vertragsabschluss, weil der Angriff auf Polen ursprünglich auf den 26. August terminiert war. Das gelang: Der auf den 23. August datierte, unter dem Namen „Hitler-Stalin-Pakt“ in die Geschichte eingegangene Vertrag wurde kurz nach Mitternacht am 24. August von den Außenministern Ribbentrop und Molotow unterzeichnet. Den Kriegsbeginn verschob Hitler auf Bitten Mussolinis, zumal sich so die Möglichkeit bot, England vielleicht doch noch zum Abwarten zu drängen.
Wichtiger war sowieso, dass Moskau im geheimen Zusatzprotokoll zum an sich harmlosen Nichtangriffspakt seine wohlwollende Neutralität im Fall eines Konflikts mit anderen Staaten zusicherte. Wie sehr dieser Passus auf Polen abzielte, zeigt die Aufteilung der Interessensphären in Osteuropa: Der gemeinsame Nachbar wurde entlang den Flüssen Narew, Weichsel und San aufgeteilt. Weiter hieß es: „Ob die beiderseitigen Interessen die Erhaltung eines unabhängigen polnischen Staates erwünscht erscheinen lassen und wie dieser Staat abzugrenzen wäre“, könne „im Laufe der weiteren politischen Entwicklung geklärt werden“.
Das wollte später keine der beiden Seiten. Schließlich hatte Hitler die Wehrmacht bereits am 22. August auf eine neue Art Krieg eingeschworen. Die Generäle notierten: „Ziel: Vernichtung Polens=Beseitigung seiner lebendigen Kraft. Es handelt sich nicht um das Erreichen einer bestimmten Linie oder einer neuen Grenze, sondern um die Vernichtung des Feindes, die immer auf neuen Wegen angestrebt werden muss.“ Das ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Wehrmacht war nur zu willig, dem am 1. September auch zu folgen.
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