Als Adolf Hitler 1933 in Deutschland zum Reichskanzler ernannt wurde, war Polen bereits seit sieben Jahren eine Diktatur: Józef Piłsudski, der Held der nationalen Wiedergeburt von 1918 und Sieger gegen die Rote Armee 1920, hatte sich im Mai 1926 an die Macht geputscht und bestimmte seitdem die Politik des Landes.
Gerade deshalb bewunderten ihn die Nationalsozialisten, selbst wenn sie ansonsten mit der Idee eines polnischen Staates wenig anfangen konnten: Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg hatte sich der Nachbar wie Phönix aus der Asche erhoben und seine Selbständigkeit wiedererlangt. Zu diesem neuen Polen zählten Gebiete, die in über 100 Jahren Teilung zwischen Preußen, Österreich und Russland zu Deutschland gehört hatten, etwa die Stadt Posen oder Westpreußen, das Polen nun als sogenannter Korridor zwischen Pommern und der neugeschaffenen Freien Stadt Danzig einen Zugang zur Ostsee ermöglichte.





