Umso größeres Gewicht hatte nun das Testament, das er seinen Brüdern hinterlassen hatte und das ihnen weltlichen Besitz und Geldgeschäfte strengstens verbot. „Und sie waren zufrieden mit einem Habit, innen und außen geflickt, samt Gürtelstrick und Hosen. Mehr mochten wir nicht haben.“ Gab Franziskus nicht den Verfechtern der radikalen Armut recht? War das aufgeweichte Armutsideal der „Gemäßigten“ nicht ein Verrat am Vermächtnis des „Poverello“ von Assisi? Papst Gregor IX. entschied anders. In seiner Bulle „Quo elongati“ vom 28. September 1230 erklärte er das Testament des nunmehr Heiligen für nicht verbindlich. Diese Entscheidung war von großer Tragweite: Über das Ideal des Franziskus von der Nachfolge Christi in absoluter Besitzlosigkeit und gegenseitiger Liebe kam es zu einem erbitterten Streit zwischen den radikalen Spiritualen und den gemäßigten Konventualen, der schließlich auch die Amtskirche erfasste.





