Als Generalmajor Mohamed Suharto die Macht in Indonesien übernahm, stand dem Land ein ungeheures Blutbad bevor. Mindestens eine halbe Million Menschen sollten den Todesschwadronen zum Opfer fallen. Die Schergen der neuen Herrscher drangen nachts in Häuser ein und fuhren mit menschlicher Fracht wieder davon. Rechtlos und hilflos ließ man die Entführten verhungern oder erschoss sie in der Wildnis. Im ganzen Land wurden Massengräber ausgehoben und mit namenlosen Toten gefüllt.
Gleichzeitig verkündeten die Medien, Suharto und seine Soldaten hätten das Land vor einer furchtbaren Gefahr gerettet – denn die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI) sei kurz davor gewesen, die Herrschaft an sich zu reißen. Was später teilweise als reine Propaganda interpretiert wurde, hatte tatsächlich einen wahren Kern; trotzdem trug sich im Oktober 1965 alles ganz anders zu, als es die Schulbücher, Filme und patriotischen Reden der Folgezeit glauben machen wollten.





