Das Museum macht nun erstmals den wertvollen Papyrus, der als Leihgabe Chester Beatty Library in Dublin im Original in Ausstellung gezeigt wird, auch multimedial erlebbar: Auf einem 55 Zoll großen Bildschirm können die Besucher die digitale Version der Abschrift berühren, mit dem Finger über die einzelnen Zeilen fahren und erhalten die deutsche Übersetzung der jeweiligen Passagen.
Enge Kooperation von Wissenschaft und Technik
„Der Paulus-Brief ist ein bedeutendes Dokument der Christenheit und umfasst die nicht nur die in der christlichen Welt rezipierten Worte zum allumfassenden Gebot der Liebe. Dank moderner Technik können wir den Besuchern nun einen unmittelbaren Zugang zum Originaltext und zur Auseinandersetzung mit dem Papyrus ermöglichen”, sagt Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn. Für die Umsetzung arbeitete das Haus mit der Kölner Firma rmh new media GmbH zusammen, die sich auf die Produktion von digitalen Medien spezialisiert hat. Bereits für die CREDO-Ausstellung entwickelten sie einen interaktiven Taufbrunnen, der den Besuchern direkt zu Beginn der Ausstellung erwartete. „Beim Einsatz von moderner Technik im musealen Bereich achten wir darauf, dies behutsam und mit einer den Kunstobjekten angemessenen Sensibilität zu tun. Anders als im Messe- oder Eventbereich, wo es um den Wettbewerb und die besondere Auffälligkeit geht, ist hier Tiefe und Qualität gefragt. Aus diesem Grunde arbeiten wir auch stets eng mit den Wissenschaftlern zusammen”, sagt Sina Mostafawy, Geschäftsführer von rmh new media.
„CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart” zeigt vom 23. Juli bis 13. Dezember 2015, wie sich die Kunst durch die Jahrhunderte dem herausfordernden Thema der Nächstenliebe immer wieder auf unterschiedlichste Art und Weise gestellt hat. Dabei spannt sich der Bogen von Kostbarkeiten aus der Antike, mittelalterlicher Buchmalerei und Schatzkunst, über Gemälde bedeutender Künstler wie Raffael, Lucas Cranach d.Ä., Peter Paul Rubens, Eugène Delacroix und Ernst Ludwig Kirchner bis zu Foto- und Videoarbeiten von Vanessa Beecroft und Bill Viola.





