Der Basler Kulturhistoriker Jacob Burckhardt war fasziniert von den Frühformen der Fotografie. Als er 1873 seine kunstgeschichtlichen Vorlesungen hielt, begann er, Fotografien von Kunstwerken systematisch zu sammeln. Die Bilder dienten als Anschauungsmaterial in seinen Vorlesungen. Das Sammeln der Fotografien entwickelte sich zu einer Leidenschaft, in die beträchtliche finanzielle Mittel flossen.
Bis zu seinem Tod erwarb Burckhardt um die 15.000 Abbildungen. Damit handelt es sich um die früheste erhaltene Sammlung von Reproduktionsfotografien dieses Umfangs. Auf der Website der Universitätsbibliothek Basel ist die Abbildungssammlung Jacob Burckhardts nun frei zugänglich.
Die Fotografien der Sammlungen bilden eine unverzichtbare Grundlage für die Beschäftigung mit Burckhardts kunsthistorischen Schriften. Sie ist außerdem eine einmalige Quelle für ästhetische und geschmacksgeschichtliche Fragestellungen, dokumentiert eine noch unbekannte Zahl von verschollenen Kunstwerken und zeigt den Zustand von Kunstwerken im 19. Jahrhundert.
Jacob Burckhardt hat das Verständnis für die Entwicklung unserer modernen Kultur entscheidend geprägt. Er schuf die Grundlagen von Renaissancebegriff und -forschung.





