Die Musashi wurde im Jahr 1942 gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff, der Yamato, unter strengster Geheimhaltung im Dock von Nagasaki gebaut. Mit 263 Metern Länge und mehr als 66.000 Tonnen waren beide die größten jemals gebauten Schlachtschiffe. Der Rumpf war mit 36 Zentimeter dicken Panzerplatten verstärkt und auf ihrem Deck waren mehrere Katapultsysteme installiert, von denen aus Kampfflugzeuge gestartet werden konnten. “Die Musashi ist ein echtes Wunderwerk der Ingenieurskunst”, sagt Allen.
Nach mehreren Einsätzen im Pazifikkrieg wurde die Musashi am 24. Oktober 1944 vor den Philippinen von alliierten Kriegsschiffen und Flugzeugen angegriffen: 19 Torpedos und 17 Bomben trafen ihr Ziel – das Schiff sank. Fast die Hälfte der 2399 Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben, darunter auch der kommandierende Vizeadmiral Toshihira Inoguchi. Obwohl es zahlreiche Augenzeugen für das Ende der Musashi gab, blieb die exakte Position des Wracks unbekannt.
Für ihre acht Jahre dauende Suche kombinierten Allen und seine Forscher historische Augenzeugenberichte aus vier Ländern mit detaillierten topografischen Daten zum Meeresboden, um zunächst das Suchgebiet einzugrenzen. Zusätzlich führten sie auch selbst bathymetrische Kartierungen durch. Im Februar 2015 begann das Team damit, das eingegrenzte Suchgebiet mit Hilfe eines autonomen Tauchboots zu durchsuchen. Am 1. März stieß das Tauchboot auf das Wrack – dessen genaue Position Allen nicht verrät.
Hochaufgelöste Aufnahmen mit einem ferngesteuerten Kameraroboter bestätigten, dass es sich um die Musashi handelt und zeigen Einzelheiten des in rund 1000 Meter Tiefe liegenden Wracks. Zu erkennen sind unter anderem ein gut erhaltenes Katapult für die Flugzeugstarts, das japanisch beschriftete Rad eines Ventils, einer der gut 15 Tonnen schweren Anker des Schiffs und der Bug. Auch der Turm einer der Bordkanonen ist erhalten.
“Seit meiner Jugend bin ich fasziniert von der Geschichte des Zweiten Weltkriegs”, sagt Allen. “Ich fühle mich geehrt, durch den Fund dieses Wracks einen Beitrag zur nautischen Geschichte leisten zu können.” Allen und sein Team wollen nun eng mit der japanischen Regierung zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Wrack mit den in ihm enthaltenen Toten den Traditionen entsprechend behandelt wird.





