So schafft es Schütrumpf ein facettenreiches Bild ihres Lebens und Charakters zu zeichnen. Sie war eine Frau, die trotz guten Aussehens und einer Herkunft aus dem deutschen Dienstadel, einen schwierigen Lebensweg wählte. Dieser Weg führte sie zusammen mit ihrem Mann aus Deutschland heraus ins Exil nach Brüssel, London und Paris. Fern der Heimat brachte sie sieben Kinder zur Welt von denen allerdings nur drei Töchter überlebten. Ihr Leben war geprägt von Depressionen, Geldnöten und Überlebensängsten. Nicht selten mussten sie und ihr Mann fliehen und sich an anderer Stelle ein neues Leben aufbauen, wie Jenny Marx in ihrem Aufsatz erzählt.
Der Autor gewährt auch einen intimen Einblick in die Beziehung des Ehepaars Marx. Jennys Verhältnis gegenüber ihrem Mann war von tiefer Hingabe geprägt, was in vielen Briefen deutlich wird. Es endete auch nicht als Marx ihr fremdging. Wurde aber auch zugleich niemals das, was beide einstmals unter einer Liebe in beidseitiger Emanzipation verstanden.
Am Ende entsteht so das Bild einer interessanten Frau an Karl Marx Seite, dass man so sicher noch nicht gesehen hat.
Rezension: Lange, Timo





