Der Autor verfolgt zunächst den Aufstieg des wohl aus einfachen Verhältnissen stammenden Hus (die frühen Jahre liegen weitgehend im Dunkeln) bis zu dessen Lehrtätigkeit an der Karls-Universität in Prag. Hussens Theologie wurde entscheidend durch die Lehren des englischen Reformators John Wyclif (gest. 1384) beeinflusst, der unter anderem die Abkehr der Kirche von Besitz und weltlicher Macht sowie die alleinige Autorität der Bibel gepredigt hatte. Hus, der seit 1402 Gottesdienste in der böhmischen Landessprache abhielt, fand bald eifrige Anhänger, aber auch erbitterte Gegner, die schließlich seinen Tod besiegelten.
Krzenck sieht in der intensivierten Religiosität einer krisenverunsicherten Bevölkerung den Grund für Hussens zeitweiligen Erfolg. Diese intensive Frömmigkeit bestand fort, und so war die Nachwirkung des Böhmen beträchtlich. Martin Luther etwa berief sich auf ihn, als er seine reformatorische Kritik an Klerus und Papsttum formulierte.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





