Mehr als 5.000 Schüler hatten sich an der historischen Spurensuche zum Thema Nachbarschaft beteiligt und wurden dabei von über 700 Lehrern begleitet. In insgesamt 1.321 Beiträgen erforschten sie, wie vielfältig Nachbarschaft sein kann: von Konflikten und Ausgrenzung bis zu Toleranz und gegenseitiger Hilfe. „Die Teilnehmer zeigen, dass gelungene Nachbarschaft vom Engagement lebt. Wo unterschiedliche Kulturen und Interessen zusammenkommen, braucht es Menschen, die sich für Toleranz, Offenheit und Wege zu einem friedlichen Miteinander einsetzen“, sagt Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung.
So beschäftigten sich die Schüler der 11. Klasse der Johann-Conrad-Schlaun-Schule in Münster, die einen der fünf ersten Preise gewannen, beispielsweise mit dem Rotlichtviertel ihrer Heimatstadt, das bis zum Abriss der Bordelle Ende der 1950er Jahre direkt an das Gymnasium angrenzte. In ihrem Filmbeitrag untersuchten die Jugendlichen die Nachbarschaft von Schule und Rotlichtmilieu, sowie die Wahrnehmung der Prostitution durch die Anwohner.
Eine Schülergruppe der 10. Klasse des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in Schönebeck, die ebenfalls einen der ersten Preise erhielten, beleuchtete den Wandel der religiösen Nachbarschaft von Juden und Christen in Schönebeck von der Machtübernahme der Nationalsozialisten bis in die jüngere Vergangenheit. Ihre Ergebnisse präsentierten sie in Form einer fiktiven Talkshow mit begleitender Textdokumentation.
Den Wettbewerb gibt es seit nunmehr 40 Jahren. Er ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Ausrichterin ist die Körber-Stiftung in Hamburg, die 500 Preise auf Landesebene und 50 Bundespreise ausgelobt hatte. Insgesamt konnten sich in diesem Jahr 157 Schülerinnen und Schüler über einen Bundespreis freuen.





