Er schildert anschaulich den Weg Justinians vom „Pfuhl zum Thron“, stammte doch der spätere Kaiser aus einer Bauernfamilie in der Provinz Illyrien. Der Autor charakterisiert die Akzente, die Justinian während seiner Herrschaftszeit zu setzen vermochte – von der Religionspolitik über die Erweiterung der Grenzen des Reichs nach Westen bis zur Rechtskodifikation im „Corpus Iuris Civilis“. Und Justinian inszenierte sich in noch nie da‧gewesener Weise als großer Heiliger, erkennbar noch heute an den grandiosen Mosaiken von Ravenna.
Doch der Erfolg blieb Justinian nicht treu; am Ende stand der Kaiser allein. Kaiserin Theodora, die einstige Prostituierte und geschätzte Gattin, starb 548. Die angestrebte religiöse Einheit im Zeichen des Kreuzes misslang. Trotz vieler militärischer Siege mangelte es der Armee zum Schluss an „Menschen, Material und Motiva-tion“. Und eine Vielzahl von Naturkatastrophen am Ende der Regierungszeit ließ für die Zeitgenossen die Welt als bedroht, keineswegs als gerettet erscheinen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





