Das heute simpel klingende Konzept, bewegliche Lettern zu Druckplatten zusammenzusetzen und so ganze Seiten mehrfach reproduzieren zu können, revolutionierte im 15. Jahrhundert die Medienwelt: Mehr als 1.000 Jahre lang waren Bücher von Hand kopiert worden – meist in klösterlichen Skriptorien, und seit dem 14. Jahrhundert auch von professionellen Schreibern und Buchmalern. Sie reagierten auf die schnell ansteigende Nachfrage der städtischen Bürger, die sowohl lesen als auch für die teuren Werke aufkommen konnten. Doch selbst die stetig wachsende Zahl an Berufsschreibern war schließlich nicht mehr in der Lage, den Bedarf zu decken. In diese Lücke stieß Gutenberg mit seiner Erfindung, die eine ungleich schnellere und wirtschaftlichere Buchherstellung ermöglichte. Der Buchdruck florierte und beschloss damit den Niedergang der Schreiber und Buchmaler. In der Mainzer Ausstellung sollen diese Kon-traste zwischen technischen Fortschritt und Niedergang einer alten Tradition hervorgehoben werden. Ausgestellt werden Handschriften und originale Drucke, die die Konfrontation von Alt und Neu, Tradition und Fortschritt, Anpassung und Regelbruch im Werk der Schreiber, Buchmaler und Drucker veranschaulichen.
Mit der Konzeption kommt das Museum dem immer wieder formulierten Wunsch nach einer neuen Wanderausstellung zum Kernthema “Gutenberg” nach. Die Materialien sind so aufge-arbeitet, dass die Schau an den unterschiedlichsten Orten gezeigt werden kann. Weitere Aus-stellungsorte sind derzeit noch nicht bekannt.





