Die Staatsgalerie griff dafür auf ihren vollständigen Bestand der Zeitschrift „La Caricature” von ihrem erstmaligen Erscheinen 1830 bis zu ihrer letzten Ausgabe 1835 zurück. Hervorragende Zeichner wie Honoré Daumier (1808-1879) übten darin mit spitzer Feder gesellschaftliche Kritik an den bestehenden Verhältnissen und riskierten folgenreiche rechtliche Konsequenzen.
Mit dem erst 1796 entwickelten Verfahren der Lithographie ließ sich die Produktion von Bildern in hoher Auflage umsetzen. So wurden der vierseitigen Zeitschrift „La Caricature” jeweils zwei lose Lithographien beigefügt, die aktuelle politische Ereignisse thematisierten. Die Zeitschrift wurde als Vorzugsdruck zu einem begehrten Sammlerobjekt und schaffte finanziellen Rückhalt für die kostenträchtigen Gerichtsverfahren. Ab 1832 stand der Zeitschrift der täglich erscheinende „Charivari” zur Seite. 1835 wurde „La Caricature” aufgrund der damaligen Presse- und Zensurgesetze in Frankreich eingestellt.
Die Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart läuft noch bis 20. September 2015.





